Weil er nicht in den Knast durfte: Radfahrer rastet im Verkehr aus!

Dresden - Er war mit der Gesamtsituation unzufrieden. Tiefbauer Martin N. (35) hatte diverse Bewährungen vergeigt, sollte im Sommer in den Knast, um seine ganzen Strafen abzusitzen.

Martin N. (35) will im Knast sein Leben neu ordnen.
Martin N. (35) will im Knast sein Leben neu ordnen.  © Norbert Neumann

Doch coronabedingt wurde der Meißner nicht "aufgenommen". Er blieb auf freiem Fuß, nahm weiter Drogen.

Als er sich auch noch im Straßenverkehr benachteiligt sah, wurde er zum Rad-Rambo und landete vorm zuständigen Amtsrichter in Dresden.

"Ich war psychisch angeknackst", sagte der geständige Angeklagte. An der Bahnhofstraße in Meißen kachelte er mit dem Rad vom Fußweg aus vor das Auto von Kathleen G. (38).

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Die bremste scharf ab - zum Glück auch alle Autos hinter ihr. Zum Crash kam es nicht.

"Da fuhr er ständig gegen das Auto und trat gegen den Kühler", so die Frau, die sich obendrein wüste Beleidigungen anhören musste.

"Ich rief per Freisprechanlage die Polizei. Da machte er sich aus dem Staub", sagte Kathleen G., an deren Golf ein Schaden von über 2000 Euro entstand.

Angeklagter froh über Haftstrafe

Der Angeklagte wurde am Donnerstag im Amtsgericht Dresden verurteilt.
Der Angeklagte wurde am Donnerstag im Amtsgericht Dresden verurteilt.  © Marko Förster

Martin erklärte zwar, der Golf habe ihn kurz derart knapp überholt, dass er stürzte. "Das regte mich auf und ich tat meinen Unmut kund."

Aber laut Amtsrichter könnte der "hafterfahrene Bewährungsversager" ob der Drogen auch eine falsche Wahrnehmung gehabt haben. Kurz nach der Aktion kam Martin tatsächlich in Haft.

"Ich bin froh darüber", so der Angeklagte, der nun ohnehin widerrufene Bewährungsstrafen bis Juni 2023 absitzen muss. "Ich möchte im Knast zur Therapie, mein Leben auf die Reihe bekommen."

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Zeit genug hat er. Denn für die Rad-Attacke kamen noch mal sechs Monate obendrauf.

Titelfoto: Bildmontage: Marko Förster & Norbert Neumann

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