Weil er sich um die Kinder kümmern müsse, denen er die Mutter nahm: Mörder will in Sachsen bleiben

Dresden - Eine "lebenslange" Strafe sitzt der Afghane Challedin M. (37) derzeit in der JVA Waldheim ab - weil er im August 2016 Ehefrau Aquele (†25) in einem Hoyerswerdaer Flüchtlingsheim erstickte.

Challedin M. (37) wurde von Justizbeamten vorgeführt. Nach der Verhandlung ging's zurück in den Knast.
Challedin M. (37) wurde von Justizbeamten vorgeführt. Nach der Verhandlung ging's zurück in den Knast.  © Ove Landgraf

Gegen die vom Landkreis Bautzen beantragte Ausweisung, die ohnehin frühestens 2031 greift (nach 15 Jahren hinter Gittern), wehrte sich der Täter diese Woche vorm Dresdner Verwaltungsgericht. Begründung: "Meine Kinder brauchen mich."

Tatsächlich war das Ehepaar 2015 mit vier gemeinsamen Kindern (heute 7 bis 14 Jahre alt) nach Sachsen gekommen. Aquele lebte hier auf, hatte Kontakt zu anderen, was ihrem Mann nicht passte. Es kam zum tödlichen Streit.

Nach der Tat floh Challedin M. Richtung Heimat, wurde aber in Ungarn gefasst und zurückgeschickt. Die Kinder leben heute im Heim, sehen den Vater nur alle drei Monate für eine Stunde im Knast - selbst das zehrt laut Jugendamt (verständlicherweise) an ihren Nerven.

Richter Robert Bendner (60) zum Täter: "Wenn Sie wieder draußen sind, sind Ihre Kinder sowieso volljährig." Einzig könne es darum gehen, ob er für zwei oder - wie bei einer formalen Ausweisung üblich - dann sieben Jahre lang keinen neuen Visumsantrag stellen dürfe.

Da ließ der Häftling noch eine weitere Angst durchblicken: "Ich kann nicht zurück nach Afghanistan", flehte er. "Die Familie meiner Frau bringt mich sonst um."

Aqele S. träumte von einem besseren Leben. Sie wurde nur 25 Jahre alt.
Aqele S. träumte von einem besseren Leben. Sie wurde nur 25 Jahre alt.  © xcitepress

Die Entscheidung über die Ausweisung fällt das Gericht in den nächsten Tagen.

Titelfoto: Montage: xcitepress, Ove Landgraf

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