Weil sein Telefon bei einem Streit kaputt ging: Handelspacker folterte seine Freundin

Dresden - Wegen eines kaputten Handys schlug Jens N. (45) seine Freundin (51) krankenhausreif. 

Jens N. (45) rastete wegen eines kaputten Handys total aus.
Jens N. (45) rastete wegen eines kaputten Handys total aus.  © Holm Helis

Dafür kassierte der Handelspacker am Dresdner Amtsgericht 20 Monate Haft auf Bewährung. "Das war Folter", konstatierte der Richter.

Rita L. (*Name geändert) hatte ihren Bekannten Jens zu sich zum Essen geladen. "Ich habe ihn sozial unterstützt. Wir trafen uns ab und zu", erklärte die Pflegerin. Laut Anklage pflegte Jens N. mit dem Opfer ein "außereheliches Verhältnis". 

Weil sich der Packer verspätete, gab es nichts zu essen, dafür Alkohol. "Ich wollte dann meinen Kumpel anrufen und zum Geburtstag gratulieren", sagte er. 

Das Paar habe sich gekabbelt, wer zuerst anruft, dabei fiel das Telefon auf den Boden, zerschellte. 

Jens forderte 200 Euro Schadensersatz. Weil er den nicht bekam, schlug und trat er über Stunden auf die Frau ein.

"Er sollte gehen, weil er betrunken war und laute Musik machte", so Rita. "Er warf vor Wut das Handy zu Boden. Dann ging er auf mich los, trat, schlug, würgte mich."

Die Polizei machte dem Spuk ein Ende. Übersät mit Hämatomen und mit Hirnblutungen lag Rita tagelang im Krankenhaus, war drei Monate krank. "Ich traute mich aus Angst lange nicht aus dem Haus. Ich wechselte sogar die Arbeitsstelle, die ihm ja bekannt war", so die Frau.

Die Strafe für den Wüterich wurde zur Bewährung ausgesetzt. Dafür muss sich Jens dringend zur Suchtberatung anmelden.

Titelfoto: Holm Helis

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