Wohnst du noch oder klaust du schon? IKEA-Kunde wollte wohl mit Schränken verduften!

Dresden - Becher zahlen, Kommode mitnehmen: An der Selbstbedienungskasse des Möbeldiscounters IKEA soll Michael S. (34) vor zwei Jahren allerlei Kleinkram für 19,98 Euro bezahlt, stattdessen aber den Wagen mit Möbeln im Wert 699,91 Euro vollbepackt haben. Weit kam er damit nicht...

Michael S. (34) soll Schränke und Kommoden mit Etiketten von Plastikdeckeln versehen haben.
Michael S. (34) soll Schränke und Kommoden mit Etiketten von Plastikdeckeln versehen haben.  © Franz Maler

Der Mann aus Cottbus wollte sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht nicht mehr zu den Vorwürfen äußern. Allerdings hatte er im Vorfeld der Verhandlung der Polizei geschrieben, sich keiner Schuld bewusst zu sein.

Er habe die Waren an der Kasse gescannt und wollte zur Kundeninformation, als ihm der niedrige Preis auffiel. Wieso er den Bezahlvorgang trotzdem abgeschlossen hatte, erklärt er allerdings nicht.

Zumindest die Unterschiede waren erheblich: Bezahlt hatte Michael S. insgesamt 14 Plastikdeckel, Becher und eine Pflanze.

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Bei der anschließenden Kontrolle entdeckte ein Mitarbeiter zwar auch 14 Artikel, darunter allerdings eine Kommode, zwei Schränke, einen Besteckkasten und ein Kissen. Hätte er damit den Laden verlassen, wären 679,93 Euro Schaden entstanden.

"Einer Kassenaufsicht ist aufgefallen, dass auf einem Produkt ein Label war, das nicht zu ihm gehörte", sagt IKEA-Verwaltungsleiter Rainer S. (56).

Kassenaufsicht erinnert sich an gar nichts

Im Ikea soll sich der Cottbuser Möbel zu Spottpreisen erschlichen haben.
Im Ikea soll sich der Cottbuser Möbel zu Spottpreisen erschlichen haben.  © Franz Maler

Allerdings kann auch er nach zwei Jahren nicht mehr sagen, ob alle Möbel mit anderen Etiketten versehen wurden. Die Kassenaufsicht selbst will sich an gar nichts mehr erinnern.

In der Verfahrensakte fanden sich allerdings noch mehrere Etiketten. Wie die dahin kamen und was sie bedeuten, muss noch geklärt werden. Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Franz Maler

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