20.000 Tonnen Schlacke durchsucht: Ehefrau wegen neuer Freundin getötet und im Müll entsorgt?

Frankfurt am Main - Das spektakuläre Verfahren gegen einen 38-jährigen Mann wegen mutmaßlichen Mordes an seiner Ehefrau vor dem Landgericht Frankfurt steht vor dem Abschluss. Nach knapp drei Monaten Verhandlung sollen am Donnerstag (15. April) Staatsanwaltschaft, Nebenklage und Verteidigung ihre Plädoyers halten. Bereits am Freitag ist die Urteilsverkündung vorgesehen.

Der Angeklagte wird in den Greichtssaal geführt (Archivfoto).
Der Angeklagte wird in den Greichtssaal geführt (Archivfoto).  © Arne Dedert/dpa

Eine Suchaktion von fast unglaublichen Ausmaßen hatte das Strafverfahren gegen den 38-Jährigen erst möglich gemacht.

Nachdem die Polizei Anfang vergangenen Jahres nach der Durchsuchung von rund 20.000 Tonnen Schlacke auf einer Mülldeponie drei winzige Knochenpartikel gefunden hatten, deren gentechnische Eigenschaften zu der seit Oktober 2019 verschwundenen Frau aus Frankfurt-Nied passten, fiel der Verdacht auf den Angeklagten.

Während die Staatsanwaltschaft von einem Mord aus Habgier ausgeht, hatte der Angeklagte stets bestritten, etwas mit dem Tod seiner Ehefrau zu tun zu haben.

Die Erkenntnisse der Anklage, wonach er sich in den Besitz der Eigentumswohnung und ihres Ferienhauses in Spanien habe bringen wollen, erhielten in dem Prozess zusätzliche Nahrung.

Die neue Freundin, die bereits wenige Tage nach dem Verschwinden der Ehefrau in die Wohnung eingezogen war, hatte vor Gericht unter anderem ausgesagt, ihr sei eine Goldkette der Vermissten bereits wenige Tage später vom Angeklagten geschenkt worden.

Zu erwarten ist, dass die Staatsanwaltschaft die für Mord zwingend vorgeschriebene lebenslange Haftstrafe beantragen wird. Der Angeklagte hatte in dem Prozess zu den Vorwürfen geschwiegen - die Verteidigung könnte gleichwohl auf einen Freispruch plädieren.

Die Schwurgerichtskammer will sich zur Urteilsfindung einen Tag Zeit lassen und am kommenden Freitag die Entscheidung verkünden.

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Frankfurt am Main:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0