Angeklagter im Mordfall Lübcke: Tat wurde angeblich seit April 2019 geplant

Frankfurt/Kassel - Nach seinem Geständnis vor Gericht soll sich der Hauptangeklagte im Mordfall Lübcke am Freitag (10 Uhr) weiteren Fragen stellen. 

Am Mittwoch hatte Stephan Ernst vor dem Oberlandesgericht Frankfurt den Mord an Walter Lübcke gestanden.
Am Mittwoch hatte Stephan Ernst vor dem Oberlandesgericht Frankfurt den Mord an Walter Lübcke gestanden.  © dpa/Reuters Pool/Kai Pfaffenbach

Neben dem Senat des Oberlandesgerichts Frankfurt und dem Anklagevertreter könnte auch die Familie des Opfers zu Wort kommen.

"Wenn ich schon Ihnen den Ehemann und Vater weggenommen habe, stehe ich bereit, sollten Sie noch offene Fragen haben", hatte Stephan Ernst am Mittwoch über seinen Anwalt erklären lassen.

Zuvor hatte er gestanden, Kassels Regierungspräsident Walter Lübcke im Juni 2019 erschossen zu haben.

Die Ermittler gehen von einer rechtsextremistischen Motivation des Schützen aus.

Neben Ernst ist der 44-jährige Markus H. wegen Beihilfe angeklagt. Der Prozess findet unter hohen Sicherheitsmaßnahmen statt.

Update, 14 Uhr: Lübcke-Mord wurde schon im April 2019 geplant

Das Foto zeigt den Tatort: Das Wohnhaus von Walter Lübcke im Landkreis Kassel.
Das Foto zeigt den Tatort: Das Wohnhaus von Walter Lübcke im Landkreis Kassel.  © Swen Pförtner/dpa

Der Prozess im Mordfall Walter Lübcke ist am Freitag mit weiteren Angaben des mutmaßlichen Täters Stephan Ernst zum Tatablauf fortgesetzt worden. Ernst hatte am Mittwoch erstmals vor dem Oberlandesgericht sein Schweigen gebrochen. Über seinen Anwalt ließ er erklären, auf den Kasseler Regierungspräsidenten geschossen zu haben.

Der 46-Jährige antwortete am Vormittag auf weitere Fragen der Richter des Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt zum Tathergang, der vorangegangenen Planung und der Rolle seines Mitangeklagten Markus H., dem Beihilfe zum Mord vorgeworfen wird.

Bereits im April hätten die beiden Männer besprochen, "wie das laufen soll", sagte Ernst am Freitag. Das Kirmes-Wochenende an Lübckes Wohnort sei bewusst gewählt worden, weil dann Fremde nicht so auffielen und man nicht hören könne, "dass ein Schuss fällt." Auch Fragen zur Beschaffung der Tatwaffe beantwortete Ernst.

Ernst hatte am Mittwoch über seinen Anwalt ein drittes Geständnis abgelegt, das der ersten, später widerrufenen Aussage ähnelte. Demnach war er doch der Schütze. Gleichzeitig belastete Ernst Markus H., der ebenfalls am Tatort gewesen sei und eine entscheidende Rolle gespielt habe.

H. habe ihn radikalisiert, aufgehetzt und Lübcke als Ziel ins Spiel gebracht.

Titelfoto: dpa/Reuters Pool/Kai Pfaffenbach

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