Hat er seine Tochter (†16) kaltblütig ermordet? Anklage gegen Vater erhoben

Aschaffenburg - Dreieinhalb Jahre nach dem gewaltsamen Tod eines syrischen Flüchtlingsmädchens in Aschaffenburg hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den Vater erhoben.

Polizisten durchsuchen im Mai 2017 neben einem Weg das Gelände nach Spuren der vermissten 16-Jährigen.
Polizisten durchsuchen im Mai 2017 neben einem Weg das Gelände nach Spuren der vermissten 16-Jährigen.  © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Das teilte die Behörde am Mittwoch in Aschaffenburg mit. Ermittelt wurde gegen den 46-jährigen Hashem Nassan wegen Mordes.

Ob dieser Vorwurf nun auch in der Anklage steht, war zunächst nicht bekannt. Wie der Mann seine 16 Jahre alte Tochter getötet haben soll und was das mögliche Motiv gewesen sein könnte, war ebenfalls öffentlich nicht bekannt.

Die 16-jährige Mezgin Nassan war im Mai 2017 von Verwandten als vermisst gemeldet worden. Sie wohnte im Landkreis Aschaffenburg und war von der Berufsschule nicht nach Hause gekommen.

Vergeblich hatte die Kriminalpolizei unter anderem mit Flugblättern an der Aschaffenburger Berufsschule nach der Jugendlichen gesucht. Ein Polizeihubschrauber war im Einsatz, ebenso Taucher im Main.

Wegen Körperverletzung und Bedrohung seiner Tochter im Jahr 2016 war der Syrer schon zu einer neunmonatigen Haftstrafe verurteilt, trat diese aber nie an.

Mordverdächtiger versuchte den Freund seiner Tochter zu töten

In der Nacht zum 2. Juni 2017 - wenige Wochen nach dem Verschwinden seines Kindes - soll der Verdächtige versucht haben, den Freund seiner Tochter in Aschaffenburg zu töten. Der Mann verletzte den damals 23-Jährigen mit einer Stichwaffe am Hals schwer.

Im Dezember 2018 fanden Spaziergänger schließlich das Skelett der 16-Jährigen bei Aschaffenburg (TAG24 berichtete) - doch vom international gesuchten mutmaßlichen Täter fehlte jahrelang jede Spur.

Im vergangenen Oktober konnten Ermittler den Mann dann in der Türkei fassen.

Titelfoto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

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