Ein Toter, ein Schwerverletzter: Muss Mann (26) nach Blutrausch für immer in die Psychiatrie?

Frankfurt am Main/Bad Soden - Im vergangenen Mai kam es in Bad Soden bei Frankfurt zu zwei blutigen Messerattacken. Ein Mann wurde getötet, ein zweiter schwer verletzt. Am Donnerstag könnte das Landgericht Frankfurt das Urteil über den mutmaßlichen Messerstecher fällen.

Ein 62 Jahre alter Mann wurde mit mehreren Messerstichen getötet (Symbolbild).
Ein 62 Jahre alter Mann wurde mit mehreren Messerstichen getötet (Symbolbild).  © Marc Tirl/dpa

Die beiden Attacken hatten im vergangenen Jahr für großes Aufsehen erregt (TAG24 berichtete).

In Bad Soden im hessischen Main-Taunus-Kreis soll der Angeklagte, ein heute 26 Jahre alter Mann mit deutscher Staatsangehörigkeit, in der Nacht zum 25. Mai 2019 am dortigen Busbahnhof einen Busfahrer mit einem Messer niedergestochen und schwer verletzt haben.

In derselben Nacht soll der junge Mann zudem in seiner Wohnung in Bad Soden einen 62 Jahre alten Mann mit "multiplen Messerstichen" getötet haben, wie damals mitgeteilt wurde.

Seit Februar werden die beiden Attacken, die der mehrfach vorbestrafte Angeklagte offenbar wie im Blutrausch begangen haben soll, vor dem Landgericht Frankfurt verhandelt (TAG24 berichtete).

Von Beginn an ging es bei dem Prozess auch um die Frage, ob über den 26-Jährigen eventuell eine Sicherungsverwahrung in einer Psychiatrie verhängt wird?

Ermittler hatten schon im Mai 2019 die Vermutung geäußert, dass bei den beiden blutigen Messerattacken in Bad Soden eventuell "Rauschmittel oder psychische Probleme tatursächlich waren", wie ein Sprecher es damals formulierte.

Nach Messerattacken in Bad Soden: Sicherungsverwahrung beantragt

Das Urteil des Landgerichts Frankfurt wird am heutigen Donnerstag gegen 14 Uhr erwartet.

Die Staatsanwaltschaft hat zwölf Jahre Haft und anschließende Sicherungsverwahrung wegen versuchten Mordes und vollendeten Totschlags beantragt.

TAG24 wird weiter berichten.

Busfahrer verletzt und Wohnungsnachbarn getötet - Zehn Jahre Haft

Update 15.40 Uhr: Weil er zuerst einen Busfahrer mit einem Messer schwer verletzt und dann seinen Wohnungsnachbarn erstochen hat, ist ein 26-Jähriger am Donnerstag in Frankfurt zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. 

Zusätzlich ordnete das Landgericht die anschließende Unterbringung des Deutschen in der Sicherungsverwahrung an. Von seiner «dissozialen Persönlichkeit» gehe eine hohe Allgemeingefährdung aus, hieß es zur Begründung. Rechtlich wertete die Schwurgerichtskammer die beiden Taten als gefährliche Körperverletzung und vollendeten Totschlag. 

Die Vorfälle hatten sich im Mai vergangenen Jahres in Bad Soden (Main-Taunus-Kreis) ereignet. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Marc Tirl/dpa

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