"Fahr sie um!" - Raste betrunkener Autofahrer eine junge Frau (20) absichtlich tot?

Würzburg - Im Berufungsprozess um eine totgeraste 20-Jährige hat sich der Verdacht erhärtet, der betrunkene Fahrer wäre gezielt auf die Fußgängerin zugerast.

Der Angeklagte sitzt in einem Gerichtssaal im Landgericht Würzburg. Der Mann ist angeklagt, im April 2017, mit 2,89 Promille Alkohol im Blut, eine junge Frau angefahren und tödlich verletzt zu haben.
Der Angeklagte sitzt in einem Gerichtssaal im Landgericht Würzburg. Der Mann ist angeklagt, im April 2017, mit 2,89 Promille Alkohol im Blut, eine junge Frau angefahren und tödlich verletzt zu haben.  © DPA/Karl-Josef Hillenbrand

"Fahr sie um oder überfahr' sie", soll der Beifahrer des Unfallwagens scherzhaft zum alkoholisierten Fahrer gesagt haben. 

So zitierte ein Ermittler eine Zeugin bei seiner Befragung am Donnerstag vor dem Landgericht Würzburg. Der Beifahrer hätte demnach nicht gedacht, dass der Fahrer tatsächlich auf die Frau zusteuern würde. 

Der Aussage nach, hätten die drei Mitfahrer den damals 18-jährigen Deutschen nach dem Weinfest im April 2017 bewusst ans Steuer gesetzt, da er "am besoffensten" war und am wenigsten zu befürchten hätte.

Nach dem Aufprall ist der Fahrer auf der Ortsstraße in Richtung Untereisenheim (Landkreis Würzburg) weitergefahren und ohnmächtig geworden. Wie die Zeugin erfahren haben soll, wären die Mitfahrer daraufhin ausgestiegen und hätten das Auto absichtlich einen Abhang herunterfahren lassen. 

Die drei Deutschen liefen weiter und legten sich schlafen. Rettungskräfte fanden den bewusstlosen Mann am Steuer, nur wenige Meter entfernt von der schwer verletzten Frau. Laut dem Polizisten passt die Aussage der Zeugin "sehr gut ins Bild".

Das Gericht setzte die Hauptverhandlung im Berufungsprozess, in dem es um fahrlässige Tötung geht, am Donnerstag aus. Man wolle zunächst den neuen Ermittlungsansätzen nachgehen. 

Beifahrer soll dem Angeklagten "Fahr sie um oder überfahr' sie" zugerufen haben

An dieser Ampel soll die 20-Jährige im April 2017 vom Angeklagten angefahren worden sein.
An dieser Ampel soll die 20-Jährige im April 2017 vom Angeklagten angefahren worden sein.  © dpa/Daniel Karmann

Dem Vorsitzenden Richter zufolge kommt auch eine Verurteilung wegen Mordes gegen den Hauptangeklagten und wegen Anstiftung zum Mord gegen den Beifahrer in Betracht. In Erster Instanz wurden beide zu Geldstrafen verurteilt.

Titelfoto: DPA/Karl-Josef Hillenbrand

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