Mitangeklagter Markus H. in Lübcke-Prozess kommt aus U-Haft frei

Frankfurt am Main - Im Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke wird der wegen Beihilfe angeklagte Markus H. aus der Untersuchungshaft entlassen. 

Der des Mordes an dem Politiker Walter Lübcke mit angeklagte Markus H. spricht mit seiner Verteidigerin Nicole Schneiders.
Der des Mordes an dem Politiker Walter Lübcke mit angeklagte Markus H. spricht mit seiner Verteidigerin Nicole Schneiders.  © Thomas Kienzle/AFP-Pool/dpa

Es gebe keinen hinreichenden, dringenden Tatverdacht mehr gegen ihn, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt am Donnerstag und folgte damit einem Antrag der beiden Verteidiger von Markus H.

Die Bundesanwaltschaft hatte H. in der Anklage vorgeworfen, den mutmaßlichen Haupttäter Stephan Ernst ideologisch beeinflusst und unter anderem so Beihilfe zu dem Mord geleistet zu haben.

Sie geht von einem rechtsextremistischen Hintergrund für die Tat aus.

Der Deutsche Stephan Ernst hatte in unterschiedlichen Versionen gestanden, Lübcke erschossen zu haben

Laut seiner Aussage vor Gericht war H. bei der Tat im Juni vergangenen Jahres in Nordhessen anwesend. In einem vorherigen Geständnis während der Ermittlungen hatte er jedoch auch angegeben, der Schuss habe sich versehentlich gelöst, als H. die Waffe gehalten habe.

Markus H. soll mutmaßlichen Lübcke-Mörder politisch beeinflusst haben

Ernst und H. waren frühere Arbeitskollegen, die sich nach Angaben von Ernst angefreundet hatten. H. war demnach derjenige, der Ernst politisch beeinflusst habe, nachdem dieser sich vor Jahren aus der rechten Szene gelöst habe.

Er habe ihn auch zu gemeinsamen Schießübungen im Wald mitgenommen, hatte Ernst in seinen Geständnissen angegeben.

Bei der Durchsuchung der Wohnung von H. hatten die Ermittler nach dem Mord an Lübcke zahlreiche NS-Devotionalien gefunden.

Auf der gelöschten Festplatte seines Computers entdeckten sie zahlreiche Texte mit rechtsextremen und antisemitischen Inhalten.

Titelfoto: Thomas Kienzle/AFP-Pool/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Frankfurt am Main:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0