Hat Stephan Ernst ihn schwer verletzt? Messerangriff-Opfer sagt in Lübcke-Prozess aus

Frankfurt am Main - Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke sagt heute um 10 Uhr der Nebenkläger in einem weiteren Anklagepunkt als Zeuge aus.

Der Angeklagte Stephan Ernst (hinten 2.v.l.) steht mit seinen Anwälten Mustafa Kaplan (hinten l.) und Jörg Hardies (hinten 3.v.l.) im Gerichtssaal im Oberlandesgericht Frankfurt.
Der Angeklagte Stephan Ernst (hinten 2.v.l.) steht mit seinen Anwälten Mustafa Kaplan (hinten l.) und Jörg Hardies (hinten 3.v.l.) im Gerichtssaal im Oberlandesgericht Frankfurt.  © Thomas Lohnes/AFP Pool /dpa

Es handelt sich um einen Iraker, der im Jahr 2016 bei einem Messerangriff schwer verletzt worden war (TAG24 berichtete).

Bei dem Täter soll es sich ebenfalls um den Deutschen Stephan Ernst gehandelt haben, dem auch der Mord am CDU-Politiker Lübcke vorgeworfen haben. Beide Taten sollen rechtsextremistisch motiviert gewesen sein.

Vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt muss sich in dem Prozess außerdem Ernsts früherer Arbeitskollege Markus H. wegen Beihilfe verantworten. Er soll Ernst politisch beeinflusst haben.

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Während Ernst in mehreren Tatversionen den Mord an Lübcke gestanden hatte, erklärte er in seiner Einlassung vor Gericht, mit dem Angriff auf den irakischen Flüchtling nichts zu tun zu haben.

Zu dem Angriff hatten bereits mehrere Sachverständige der Polizei ausgesagt.

Update, 13.13 Uhr: "Ich dachte, ich werde sterben"

Im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder des Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke hat das Opfer eines Messerangriffs ausgesagt, der ebenfalls dem Hauptangeklagten Stephan Ernst vorgeworfen wird.

Er habe seine Flüchtlingsunterkunft am Abend verlassen, um Zigaretten zu holen, sagte am Donnerstag der 27 Jahre alte Iraker, der auch als Nebenkläger in dem Prozess vor dem Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt auftritt. Plötzlich habe er einen Stoß im Rücken gespürt und einen Radfahrer wegfahren sehen.

Erst habe er gedacht, er sei von einem Stock getroffen worden, bis er Blut bemerkt habe. Eines seiner Beine habe "nicht funktioniert", er habe starke Schmerzen gespürt. "Ich dachte, ich werde sterben."

Titelfoto: Thomas Lohnes/AFP Pool /dpa

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