Prozess um tödliche Gleis-Attacke: Rechtsmedizinerin legt Gutachten vor

Frankfurt am Main - Im Prozess um die tödliche Gleisattacke am Frankfurter Hauptbahnhof hat am Dienstag eine Rechtsmedizinerin ihr Gutachten vorgelegt. 

Ein Justizbeamter führt einen 41-jährigen Angeklagten (r) zum Prozessauftakt in den Gerichtssaal des Frankfurter Landgerichts.
Ein Justizbeamter führt einen 41-jährigen Angeklagten (r) zum Prozessauftakt in den Gerichtssaal des Frankfurter Landgerichts.  © DPA/Arne Dedert

Demnach gibt es keine Hinweise, dass der Beschuldigte zum Tat-Zeitpunkt unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten gestanden habe.

Toxikologische und pharmakologische Untersuchungen hätten keine Auffälligkeiten gezeigt.

Der 41 Jahre alte Tatverdächtige soll Ende Juli 2019 einen Jungen und seine Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben (TAG24 berichtete).

Der Achtjährige wurde vom Zug überrollt und starb, die Mutter konnte sich in letzter Minute retten. Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen.

Nach Angaben der Rechtsmedizinerin hat großer Blutverlust zum Tod des Kindes geführt.

Neben der Expertin wurden am Dienstag im Frankfurter Landgericht auch fünf Zeugen vernommen. Darunter ein Polizist, der zum Tat-Zeitpunkt privat unterwegs war.

Auch fünf Zeugen wurden am Dienstag vernommen

Polizisten stehen nach der Gleis-Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof (Archivbild).
Polizisten stehen nach der Gleis-Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof (Archivbild).  © dpa/Frank Rumpenhorst

Der Polizist hatte mit seiner Familie auf dem Bahnsteig gewartet und als Erster den Verdächtigen verfolgt.

Außerdem wurde ein Zeuge befragt, zu dem der Beschuldigte am Abend vor der Tat ungefragt ins Auto gestiegen sein soll.

Die Staatsanwaltschaft hat den Mann nicht angeklagt, sondern in einem sogenannten Sicherungsverfahren seine dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie beantragt, da eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit bestehe, dass er weitere Taten begehe.

Die Familie des Jungen aus dem Hochtaunuskreis in Hessen tritt in dem Verfahren als Nebenkläger auf. Ebenso wie eine heute 79-Jährige, die der Mann gestoßen haben soll.

Sie stürzte auf den Bahnsteig. Er floh, doch Passanten verfolgten ihn.

Der Angeklagte konnte dann außerhalb des Bahnhofs festgenommen werden. Später wurde der Mann in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht.

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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