Zeugen sagen in Prozess um tödliche Gleis-Attacke aus

Frankfurt am Main - Mit der Vernehmung von Zeugen wird an diesem Donnerstag um 9.30 Uhr der Prozess um eine tödliche Gleis-Attacke am Frankfurter Hauptbahnhof fortgesetzt

Ein Justizbeamter (l) führt einen 41-jährigen Angeklagten zum Prozessauftakt in den Gerichtssaal des Frankfurter Landgerichts.
Ein Justizbeamter (l) führt einen 41-jährigen Angeklagten zum Prozessauftakt in den Gerichtssaal des Frankfurter Landgerichts.  © DPA/Arne Dedert

Vor dem Landgericht Frankfurt sollen unter anderem mehrere Polizeibeamte gehört werden, die im Juli 2019 zum Tatort gerufen worden waren.

Dabei geht es auch um Einzelheiten zur Festnahme des mutmaßlichen Täters, der wegen einer psychischen Erkrankung als nicht schuldfähig gilt.

Er soll einen achtjährigen Jungen und seine Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben (TAG24 berichtete).

Das Kind wurde überrollt und starb, die Mutter konnte sich knapp retten.

Darüber hinaus soll der Mann eine 78-Jährige auf dem Bahnsteig zu Boden gestoßen haben.

Der Prozess gegen den 41-Jährigen hatte am Mittwoch vor der Schwurgerichtskammer begonnen (TAG24 berichtete).

In dem Sicherungsverfahren geht es um seine dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie.

Update, 14.12 Uhr: Zeugen schildern Tat vor Gericht

Ein Augenzeuge hat vor dem Landgericht Frankfurt den Moment geschildert, als ein Mann einen achtjährigen Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE gestoßen hatte. 

"Es war ein entsetzlicher Eindruck, als die Mutter um ihr Kind schrie", sagte er am Donnerstag am zweiten Verhandlungstag des Prozesses um den tödlichen Angriff im Hauptbahnhof Ende Juli 2019. Die Mutter hatte sich in letzter Sekunde vor dem einfahrenden Zug retten können, ihr Sohn wurde überrollt und starb. Der Täter gilt wegen einer psychischen Erkrankung als schuldunfähig.

Der 52 Jahre alte Lehrer aus Aachen erinnerte sich: "Ich habe geschrien, das kann doch nicht sein." Er habe unter dem Zug nach dem Jungen gesucht und ihn dann später tot entdeckt. Dieses Bild sei ihm nicht aus dem Kopf gegangen, sagte der Zeuge, der am Tattag auf dem Weg nach Freiburg in Frankfurt umgestiegen war.

Eine Polizeibeamtin, die bei der Festnahme des mutmaßlichen Täters dabei war, sagte vor Gericht aus, der heute 41-Jährige Eritreer habe ihr gesagt, dass er sich eigentlich selbst habe umbringen wollen. Er habe "was im Kopf". Stattdessen aber habe er "einen Jungen geschoben". Dabei habe er teilnahmslos und ruhig gewirkt, sagte die Zeugin.

Der wegen Totschlags, versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen Beschuldigte hatte am ersten Verhandlungstag am Mittwoch vor Gericht eingeräumt, den Achtjährigen und seine Mutter vor den einfahrenden ICE gestoßen zu haben. Er bedauere die Tat. Der Mann soll dauerhaft in einer Psychiatrie untergebracht werden. Die Schwurgerichtskammer will das sogenannte Sicherungsverfahren in der kommenden Woche fortsetzen.

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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