Baby kopfüber in heißes Wasser getaucht: Doch das ist noch nicht alles

Heringen/Fulda - Im Prozess um schwere Misshandlung eines Babys sind am Fuldaer Landgericht die Plädoyers gesprochen worden.

Im Körper des misshandelten Babys wurden auch noch Amphetamine gefunden (Archivbild).
Im Körper des misshandelten Babys wurden auch noch Amphetamine gefunden (Archivbild).  © 123rf/Dmyto Lukiian

Die Staatsanwaltschaft forderte am Mittwoch ein Strafmaß von fünf Jahren und drei Monaten. Davon sollen sechs Monate aufgrund der Dauer des Verfahrens bereits als vollstreckt gelten.

Die Anklage-Vertreterin wirft dem 33 Jahre alten Angeklagten aus dem osthessischen Heringen unter anderem vor, seinen damals drei Monaten alten Sohn absichtlich kopfüber in heißes Wasser getaucht zu haben.

Er habe sich wegen Misshandlung und gefährlicher Körperverletzung schuldig gemacht.

Die Tat soll der alkohol- und drogenkranke Hartz-IV-Empfänger im September 2015 im Zustand verminderter Schuldfähigkeit begangen haben.

Weil sich der Mann danach nicht um das lebensgefährlich verletzte Baby gekümmert habe, geht es laut Staatsanwaltschaft auch um versuchten Totschlag.

Die Mutter des Angeklagten alarmierte schließlich am Folgetag die Rettungskräfte. Im Krankenhaus wurden dann Amphetamine im Körper des Babys nachgewiesen.

Die Rauschmittel seien dem Kind offenbar verabreicht worden, sagte die Staatsanwältin. Zudem wies das Baby Rippenbrüche älteren Datums und Hämatome am Körper auf.

Der Angeklagte sagt, er könne sich an nichts erinnern

Der Angeklagte äußerte sich im Prozess nicht zu den Vorwürfen. Er sagte nur, er könne sich an nichts erinnern.

Die Verteidigung des Angeklagten forderte eine Bewährungsstrafe von nicht mehr als zwei Jahren. Laut Staatsanwaltschaft geht es dem mittlerweile fünf Jahre Jungen vergleichsweise gut. Er lebe in einer Pflegefamilie.

Am 27. Mai soll das Urteil in dem Prozess gesprochen werden.

Titelfoto: 123rf/Dmyto Lukiian

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