Kind (8) wird vor ICE gestoßen und stirbt: An diesem Tag beginnt der Prozess

Frankfurt am Main - Das Verfahren um die tödliche Gleis-Attacke im Frankfurter Hauptbahnhof wird am 19. August beginnen. 

Die Aufnahme aus dem Juli 2019 zeigt den Verdächtigen.
Die Aufnahme aus dem Juli 2019 zeigt den Verdächtigen.  © DPA/Christoph Reichwein

Das teilte das Landgericht in Frankfurt am Freitag mit.

Ein aus Eritrea stammender Mann soll vor knapp einem Jahr, am Vormittag des 29. Juli 2019, einen acht Jahre alten Jungen und dessen Mutter vor einen einfahrenden ICE auf das Gleis gestoßen haben (TAG24 berichtete).

Die Schwurgerichtskammer muss in einem Sicherungsverfahren über den Antrag der Staatsanwaltschaft entscheiden, den 41 Jahre alten Beschuldigten dauerhaft in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen.

Der 40 Jahre alten Mutter gelang es, sich zur Seite zu rollen, das Kind wurde von dem Zug erfasst und getötet. Mutter und Sohn waren auf dem Weg in den Urlaub. 

Der Tatverdächtige soll auch versucht haben, eine 78-jährige Frau auf die Gleise zu stoßen. Diese stürzte jedoch, bevor es zu einem Sturz in das Gleisbett kam. Die Frau wurde den Angaben zufolge dabei erheblich verletzt.

Der Fall hatte bundesweit Aufsehen erregt. Auch in Frankfurt saß der Schock tief, wie Blumen und Kerzen, Briefen und Plüschtieren am Gleis zeigten (TAG24 berichtete).

Nach der Festnahme des Mannes ergaben sich Anhaltspunkte für eine psychische Krankheit. Er wurde deshalb in ein psychiatrisches Krankenhaus verlegt. Zuletzt hatte er in der Schweiz gewohnt.

Zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr waren nach dem Angriff zum Frankfurter Hauptbahnhof geeilt.
Zahlreiche Einsatzkräfte der Feuerwehr waren nach dem Angriff zum Frankfurter Hauptbahnhof geeilt.  © TAG24/Florian Gürtler

Tödliche Gleis-Attacke in Frankfurt: War es Totschlag, war es Mord?

Die Staatsanwaltschaft legt ihm Totschlag, versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung in zwei Fällen zur Last. Das Gericht erklärte, auch Mord sowie versuchter Mord in zwei Fällen kämen infrage, "sofern die Beweisaufnahme ergeben sollte, dass der Beschuldigte unter bewusster Ausnutzung der Arg- und Wehrlosigkeit der Opfer (Heimtücke) gehandelt hat".

Bisher sind vom Gericht insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt.

Titelfoto: DPA/Christoph Reichwein

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