Tödliche Gleisattacke am Hauptbahnhof Frankfurt: So lautet das Urteil

Frankfurt am Main - Im Prozess um die tödliche Gleisattacke am Hauptbahnhof Frankfurt wurde das Urteil über den 41-jährigen Angeklagten gesprochen.

Das Foto vom 19. August zeigt den 41-jährigen Täter (r.) und einen Justizbeamten.
Das Foto vom 19. August zeigt den 41-jährigen Täter (r.) und einen Justizbeamten.  © Arne Dedert/dpa

Demnach muss der Täter dauerhaft in eine Psychiatrie. Laut dem Urteil des Frankfurter Landgerichts vom Freitag ist der heute 41-Jährige schuldunfähig.

Das Gericht wertete die Tat als Mord und im Fall der Mutter als versuchten Mord.

Ein psychiatrischer Gutachter hatte am gestrigen Donnerstag festgestellt, dass der 41 Jahre alte Mann aus Eritrea eine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt.

Der Familienvater hat nach Überzeugung des Gerichts im Sommer 2019 eine Mutter und ihren damals achtjährigen Sohn am Frankfurter Hauptbahnhof vor einen einfahrenden ICE gestoßen. Die Mutter konnte sich retten, der Junge starb.

Die schreckliche Tat erregte bundesweit große Betroffenheit.

"Er hat völlig fremde Menschen attackiert", erklärte der Sachverständige. Zum Tatzeitpunkt habe bei dem 41-Jährige paranoide Schizophrenie in akuter Form vorgelegen.

Der Oberarzt in der Psychiatrie, in der sich der Verurteilte aktuell aufhält, berichtete, der Mann habe sich im jenen Zeitraum verwirrt und computergesteuert gefühlt.

Der 41-Jährige hatte mehrere Jahre als anerkannter Flüchtling mit seiner Frau und drei kleinen Kindern in der Schweiz gelebt – er galt als gut integriert. Doch dann kam es zu psychischen Problemen, er hörte Stimmen, fühlte sich bedroht.

Das Foto aus dem Jahr 2019 zeigt das Gleis am Hauptbahnhof Frankfurt, an dem es zu der tödlichen Attacke kam.
Das Foto aus dem Jahr 2019 zeigt das Gleis am Hauptbahnhof Frankfurt, an dem es zu der tödlichen Attacke kam.  © Arne Dedert/dpa

Der Prozess vor dem Landgericht Frankfurt begann am 19. August. Als Nebenklägerin trat neben der Familie des getöteten Jungen auch eine heute 79 Jahre alte Frau auf. Auch sie wurde von dem 41-Jährigen bei der Gleisattacke am Hauptbahnhof Frankfurt verletzt.

Mit Spannung war erwartet worden, ob die Richter die Tat für einen Totschlag oder Mord halten. Also ob das Mordmerkmal der Heimtücke erfüllt ist, wie es die Nebenklage sieht. Die Staatsanwaltschaft hatte im Fall von Mutter und Sohn dagegen auf Totschlag und versuchten Totschlag plädiert.

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Frankfurt am Main:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0