Fahrlässige Tötung? Mann stirbt, nachdem illegaler Böller explodiert

Hanau - Weil er mit illegalem Silvesterfeuerwerk gehandelt und dadurch den Tod eines Mannes verursacht haben soll, muss sich ein 32-Jähriger von diesem Montag (9 Uhr) an vor dem Landgericht Hanau verantworten. 

Der 22-Jährige habe schwerste Gesichtsverletzungen erlitten, als die "Kugelbombe" verfrüht explodierte (Symbolfoto).
Der 22-Jährige habe schwerste Gesichtsverletzungen erlitten, als die "Kugelbombe" verfrüht explodierte (Symbolfoto).  © dpa/Bodo Marks

Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung sowie schwere Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz. Von Bruchköbel im Main-Kinzig-Kreis aus habe der Mann bundesweit sogenannte Polenböller über das Internet verkauft. 

Dabei handelt es sich um aus dem Nachbarland stammende und in Deutschland illegale Feuerwerkskörper mit starker Explosionswirkung. Durch Zufall war die Polizei im Mai 2018 auf das illegale Feuerwerksarsenal gestoßen, in dem sich rund 200 Kilogramm Böller befunden haben sollen.

Ein aus Bruchköbel gelieferter Böller, der aus 300 Gramm Sprengstoff bestanden haben soll, ist nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in der Neujahrsnacht 2018 einem 22-Jährigen zum Verhängnis geworden. 

Der Mann aus dem niedersächsischen Löningen habe schwerste Gesichtsverletzungen erlitten, als die "Kugelbombe" verfrüht explodiert sei. Der Mann starb sechs Tage später an der Uniklinik im westfälischen Münster an den Folgen der Explosion.

Update, 17.24 Uhr: Bewährungsstrafe für 31-jährigen Böller-Verkäufer

Wegen des Hortens und Handelns mit illegalem Feuerwerk ist ein Mann vom Landgericht Hanau zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Die Richter sahen am Montag im Besitz der sogenannten Polenböller einen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz. 

Der 31 Jahre alte Angeklagte aus Bruchköbel (Main-Kinzig-Kreis) hatte das hierzulande wegen der starken Explosionswirkung verbotene Feuerwerk bundesweit über das Internet verkauft. Im Mai 2019 entdeckte die Polizei das Arsenal mit rund 1000 Böllern, Zeugen hatten Verdacht geschöpft.

Insgesamt ging es um rund 90 Kilogramm reines Schwarzpulver. Der Angeklagte hatte ein Geständnis abgelegt und den illegalen Besitz eingeräumt. Vom ursprünglichen Vorwurf der fahrlässigen Tötung wurde der 31-Jährige indes freigesprochen.

Titelfoto: dpa/Bodo Marks

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Frankfurt am Main:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0