Tödliche Attacke am Hauptbahnhof Frankfurt: Angeklagter bittet um Entschuldigung

Frankfurt am Main - Im Prozess um die tödliche Gleisattacke am Frankfurter Hauptbahnhof hat sich der Beschuldigte zu der Tat geäußert. 

Ein Justizbeamter führt den 41-jährigen Angeklagten (r) zum Prozessauftakt in den Gerichtssaal des Frankfurter Landgerichts.
Ein Justizbeamter führt den 41-jährigen Angeklagten (r) zum Prozessauftakt in den Gerichtssaal des Frankfurter Landgerichts.  © Arne Dedert/dpa

"Es tut mir unendlich leid, ganz besonders für die Familie", hieß es in einer Erklärung, die der Anwalt des Mannes zum Prozessbeginn am Mittwoch im Landgericht Frankfurt abgab.

Der Beschuldigte soll einen Jungen und seine Mutter Ende Juli vergangenen Jahres vor einen einfahrenden ICE gestoßen haben (TAG24 berichtete).

Der Achtjährige kam ums Leben, die Mutter konnte sich in letzter Minute retten. Die Tat sorgte bundesweit für Entsetzen. (Az.: 5/22 Ks 16/19)

Der aus Eritrea stammende Tatverdächtige ist nach einem vorläufigen psychiatrischen Gutachten wegen einer psychischen Erkrankung schuldunfähig.

Die Staatsanwaltschaft hat ihn deshalb nicht angeklagt, sondern beantragt in einem sogenannten Sicherungsverfahren seine dauerhafte Unterbringung in der Psychiatrie, da eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit bestehe, dass er weitere Taten begehe. Er hatte zuletzt in der Schweiz gelebt.

Bei der Tat am 29. Juli 2019 wurde auch eine damals 78-Jährige verletzt, die der Angreifer ebenfalls gestoßen haben soll, sie stürzte auf den Bahnsteig. Der Mann floh, doch Passanten verfolgten ihn und er konnte außerhalb des Bahnhofs festgenommen werden.

Der Fall löste auch eine Debatte über die Sicherheit an Bahnsteigen aus.

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

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