Drei Tote bei Horror-Crash: Angeklagter (19) mit bewegender Stellungnahme

Frankfurt am Main/Hofheim am Taunus - Ein Jahr nach dem Unfall mit drei Toten bei Hofheim am Taunus steht ab heute um 9.30 Uhr der mutmaßliche Unfallverursacher vor dem Amtsgericht Frankfurt.

Seine drei Mitfahrer starben bei dem Unfall, der Fahrer überlebte. Jetzt steht der heute 19-Jährige vor Gericht.
Seine drei Mitfahrer starben bei dem Unfall, der Fahrer überlebte. Jetzt steht der heute 19-Jährige vor Gericht.  © 5vision.media

Die Anklage wirft dem heute 19-Jährigen fahrlässige Tötung in drei Fällen vor.

Im Juli 2020 hatte er als Fahranfänger mit dem PS-starken Chevrolet-SUV seiner Mutter eine Spritztour mit drei damals 17 bis 19 Jahre alten Bekannten durch den Taunus unternommen.

Auf einer unübersichtlichen Landstraße zwischen Hofheim-Langenhain und -Wildsachsen (Main-Taunus-Kreis) beschleunigte er laut Anklage auf 135 km/h, verlor die Kontrolle über den Wagen und krachte gegen einen Baum.

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Alle drei Mitfahrer starben, der Fahrer überlebte. In seinem Körper wurden Cannabis-Reste sichergestellt.

Die Anteilnahme an dem tragischen Unglück war groß. Angehörige und Bekannte hatten schon kurz nach dem Unfall Blumen und Erinnerungsstücke an der Unfallstelle niedergelegt (TAG24 berichtete).

Das Gericht hat vorerst zwei Verhandlungstage terminiert.

Update, 13.32 Uhr: Angeklagter äußert sich bei Prozessbeginn

Nach einem schweren Verkehrsunfall mit drei Toten hat am Mittwoch vor dem Amtsgericht Frankfurt der Prozess gegen den 19 Jahre alten Unfallfahrer begonnen.

Zu Beginn des Prozesses sagte der 19-Jährige, er habe sich gewünscht, bei dem Unfall selbst getötet worden zu sein: "Mir fehlen die Worte für das, was passiert ist."

Die Anklage geht von fahrlässiger Tötung in drei Fällen aus.

Update, 15.53 Uhr: Wurde der 19-Jährige von einer "Gestalt" am Straßenrand abgelenkt?

Im Laufe des Prozesses hat der Angeklagte erklärt, dass er von einer "Gestalt" am Straßenstrand - möglicherweise einem Reh - abgelenkt gewesen sei. Das nahmen zahlreiche Angehörige der Todesopfer kopfschüttelnd zur Kenntnis.

Man habe sich im Freundeskreis in ausgelassener Stimmung im Auto gefühlt, habe laute Musik gehört.

Nach dem Unfall wurde der Angeklagte laut Zeugen dabei beobachtet, wie er sich weinend auf den Boden warf und gerufen habe: "Das darf nicht wahr sein. Es waren doch meine Freunde."

Bei seiner Untersuchung nach dem Unfall wurden Cannabis-Reste im Körper des Unfallfahrers festgestellt. Vor Gericht sagte er dazu, er habe schon mehrere Wochen zuvor kein Marihuana mehr zu sich genommen.

Er erklärte sich die Rückstände mit einem vorangegangenen Besuch einer Sisha-Bar. Während der Fahrt durch den Taunus aber habe er sich vollkommen klar gefühlt.

Schon öfter habe er das PS-starke Auto der Mutter benutzt - auch die unter Autofahrern als "problematisch" geltende, abschüssige und kurvenreiche Landstraße habe er gekannt. Laut Anklage befuhr er sie mit 135 Stundenkilometern statt der vorgeschriebenen 100.

Titelfoto: 5vision.media

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