Junge IS-Sympathisantin in Frankfurt verurteilt: So lautet ihre Strafe

Frankfurt am Main - Als Mitglied der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) ist eine 22 Jahre alte Frau am Freitag vom Oberlandesgericht Frankfurt zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren zur Bewährung verurteilt worden.

Die IS-Sympathisantin musste sich vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verantworten. Am Freitag wurde das Urteil über die 22-Jährige gesprochen (Symbolbild).
Die IS-Sympathisantin musste sich vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verantworten. Am Freitag wurde das Urteil über die 22-Jährige gesprochen (Symbolbild).  © Paul Zinken/dpa

Der Staatsschutzsenat ging am Ende des seit Anfang Dezember laufenden Verfahrens auch von Kriegsverbrechen sowie einem Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Frau hatte vor Gericht eingeräumt, Ende 2014 im Alter von knapp 16 Jahren Deutschland mit dem Ziel Syrien verlassen und dort nach islamischem Ritus einen IS-Kämpfer geheiratet zu haben. Diesem führte sie den Haushalt und pflegte ihn nach einer kriegsbedingten Beinamputation.

Vorübergehend verfügte sie auch über ein Kalaschnikow-Sturmgewehr. Bei ihrer Rückkehr nach Deutschland wurde die Frau im November 2019 festgenommen.

"Spätestens mit ihrer Hochzeit wurde die Angeklagte Mitglied beim IS", sagte der Vorsitzende Richter. Zuvor habe sie sich im Kreise einer "Mädchengruppe" in ihrer Heimatstadt Rüsselsheim radikalisiert.

Richter bescheinigt IS-Sympathisantin eine "positive Prognose"

Man habe Gewaltvideos aus dem Bürgerkriegsgebiet angeschaut und die dort zu sehenden Kämpfer "cool" gefunden. Der zahlreich vorhandene Chat-Verkehr zwischen der Angeklagten und ihren Gesinnungsgenossen habe die Übernahme der IS-Ideologie durch sie in aller Klarheit gezeigt.

Das Kriegsverbrechen am Eigentum sei durch den Einzug des Ehepaares in ein zuvor geplündertes Haus verwirklicht worden. Auch der vorübergehende Besitz des Sturmgewehrs, der von der Angeklagten bestritten worden war, habe durch Zeugenaussagen nachgewiesen werden können.

Trotz der "schweren Schuld" bescheinigten die Richter der Frau eine "positive Prognose" und setzten die Strafe deshalb zur Bewährung aus. Sie habe sich von der IS-Ideologie abgewandt und besuche seit einiger Zeit wieder eine Schule.

Darüber hinaus hätte sie nach der Untersuchungshaft in der Türkei und Deutschland nur noch zehn Monate der Strafe zu verbüßen gehabt. Die Generalstaatsanwaltschaft hatte eine Haftstrafe von zweieinhalb Jahren beantragt.

Titelfoto: Paul Zinken/dpa

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