Baby mit Kopf gegen Tischkante geschlagen und getötet: Urteil gegen Mutter erwartet

Koblenz - Eine junge Mutter soll ihr Baby erschlagen haben: Im Koblenzer Prozess um diesen mutmaßlichen Totschlag wird am Mittwoch um 9 Uhr das Urteil erwartet.

Die Frau soll ihr Baby umgebracht haben, weil sein Lächeln sie an den Vater des Kindes erinnert habe.
Die Frau soll ihr Baby umgebracht haben, weil sein Lächeln sie an den Vater des Kindes erinnert habe.  © dpa/Dmyto Lukiian

Erst seien am Landgericht eine Zeugin und ein Sachverständiger geladen, sagte einer der Anwälte der 24-Jährigen, Bernhard Scholz.

Dann könnte nach den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung die Entscheidung der Richter fallen.

Die Anklage wirft der jungen Frau vor, im August 2018 in Altenkirchen im Westerwald als Patientin einer Klinik für Sucht-Therapie den Hinterkopf ihres viermonatigen Sohns dreimal gegen eine Tischkante geschlagen zu haben. Danach sei er gestorben.

Das Landgericht verurteilte die Frau bereits im Februar 2019 wegen Totschlags zu sechs Jahren Haft.

Nach der Revision der Angeklagten und der Staatsanwaltschaft hob der Bundesgerichtshof (BGH) das Urteil unter Verweis auf Rechtsfehler und Widersprüche auf.

Um 9 Uhr soll vor dem Landgericht Koblenz das Urteil im Revisions-Prozess über die Frau gefällt werden (Archivbild).
Um 9 Uhr soll vor dem Landgericht Koblenz das Urteil im Revisions-Prozess über die Frau gefällt werden (Archivbild).  © dpa/Frederik von Erichsen

Lächeln des Babys soll Mutter an Vater des Kindes erinnert haben

Nun rollte eine andere Strafkammer des Landgerichts Koblenz den Fall teils neu auf.

Laut der BGH-Entscheidung und dem ersten Urteil hatte das Baby in der Tatnacht seine Mutter angelächelt. Dieser seien damit die Erinnerungen an die als traumatisch empfundene Zeugung des Kindes und an seinen Vater hochgekommen.

Die Angeklagte habe von einer Vergewaltigung gesprochen. Sie habe ihren Sohn erschlagen, um die Erinnerung an den Kindsvater und das Lächeln des Babys auszulöschen.

Titelfoto: dpa/Dmyto Lukiian

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