Nacktfotos: Gefängnis-Beamtin verliert Job wegen Affäre mit Häftling

Koblenz/Trier - Nacktfotos von sich selbst einem Häftling überlassen: Eine Gefängnisbeamtin ist vergeblich gegen ihre Entlassung wegen "Verstoßes gegen das Distanzgebot vorgegangen". Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Rheinland-Pfalz in Koblenz wies ihre Berufung am Dienstag zurück - endgültig.

Die Beamtin bestritt, dass sie eine Affäre mit dem Häftling hatte. Das Gericht glaubte ihr allerdings nicht (Symbolbild).
Die Beamtin bestritt, dass sie eine Affäre mit dem Häftling hatte. Das Gericht glaubte ihr allerdings nicht (Symbolbild).  © 123rf/Montian Noowong

2019 hatte bereits das Verwaltungsgericht (VG) Trier die Beamtin aus dem Dienst entfernt.

Der Grund: Sie habe mehrere Monate lang eine Liebes-Beziehung mit einem Häftling in einem Gefängnis "der Rheinschiene" gehabt.

Unter Verschleierung ihrer Identität habe die Justizvollzugsbeamtin dem Gefangenen Briefe geschrieben - mit der "Offenbarung sexueller Vorlieben und Fantasien sowie einer avisierten gemeinsamen Zukunft".

Zudem habe die Frau im Alter von "über 50" ein Armband und ein T-Shirt des Mannes unerlaubt nach Hause genommen.

Vor der Gefängnisleitung hielt sie die Affäre laut dem VG Trier geheim.

Die Beziehung flog erst 2017 bei einer Kontrolle der Häftlings-Post auf.

Das Land Rheinland-Pfalz erhob Disziplinar-Klage. Die landesweit zuständige Disziplinar-Kammer des VG Trier gab ihr statt.

Die Beamtin habe "ein schweres Dienst-Vergehen begangen", heißt es. Sie habe "aus eigensinnigen Motiven verantwortungslos eine Gefährdungslage für den Strafvollzug geschaffen und dabei alle Kollegen schwer hintergangen", urteilte das VG Trier.

Laut Gericht hat sich die Gefängnis-Beamtin erpressbar gemacht

Mit der Überlassung von Nacktfotos sowie von Aufnahmen ihrer Wohnung und ihres Grundstücks habe sich die Beamtin erpressbar gemacht. Das OVG folgte der Auffassung des Verwaltungsgerichts Trier.

Laut dem OVG bestritt die Frau in ihrer Berufung, eine intime Beziehung zu dem Häftling gehabt zu haben.

Das OVG glaubte ihr nicht - die gefundenen Briefe sprächen unzweifelhaft gegen ihre Darstellung. Für eine verminderte Steuerungsfähigkeit der Beamtin seien keine hinreichenden Anhaltspunkte erkennbar.

Titelfoto: 123rf/Montian Noowong

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