Nach fast einem Jahr: Geht Prozess gegen Stadtplan-Erbe Falk auf die Zielgerade?

Frankfurt am Main - Seit fast einem Jahr dauert vor dem Frankfurter Landgericht der Prozess gegen den Hamburger Unternehmer Alexander Falk bereits an, nun steuert er auf sein Ende zu. 

Der Angeklagte Alexander Falk (m.), einer der Erben des gleichnamigen Stadtplan-Verlags.
Der Angeklagte Alexander Falk (m.), einer der Erben des gleichnamigen Stadtplan-Verlags.  © DPA/Arne Dedert

An diesem Dienstag könnten die Plädoyers gehalten werden. Der Erbe des gleichnamigen Stadtplan-Verlags soll einen Anschlag auf einen Frankfurter Anwalt in Auftrag gegeben haben. 

Der Jurist arbeitete an einer Millionenklage gegen Falk, ihm wurde im Februar 2010 von bisher unbekannten Tätern ins Bein geschossen. Falk bestreitet die Vorwürfe. Er räumte in dem Prozess ein, einen Datendiebstahl bei dem Juristen in Auftrag gegeben zu haben - um seine Unschuld zu beweisen.

Falk hatte nach dem Verkauf des bekannten Stadtplan-Verlags in Internetunternehmen investiert und zwischenzeitlich zu den 100 reichsten Deutschen gehört. Wegen versuchten Betrugs wurde der heute 50-Jährige im Jahr 2008 zu einer Haftstrafe verurteilt. 

Der Frankfurter Wirtschaftsanwalt arbeitete für eine Großkanzlei, um in einem Zivilverfahren gegen Falk Schadenersatz zu erstreiten. Vor dem Frankfurter Landgericht wurde Falk wegen versuchter Anstiftung zum Mord und Anstiftung zur gefährlichen Körperverletzung angeklagt. 

Das Gericht stufte die Vorwürfe inzwischen auf Anstiftung zu gefährlicher Körperverletzung zurück. Falk sitzt seit September 2018 in Untersuchungshaft.

Der Prozesstag vor dem Frankfurter Landgericht beginnt um 9.30 Uhr. Dann sollen zunächst noch Anträge an das Gericht bearbeitet werden.

Update, 12.07 Uhr: Stadtplan-Erbe Falk beteuert vor Gericht erneut seine Unschuld

Das Foto aus dem August 2019 zeigt rechts den Angeklagten Alexander Falk.
Das Foto aus dem August 2019 zeigt rechts den Angeklagten Alexander Falk.  © Arne Dedert/dpa

Der Hamburger Unternehmer Alexander Falk hat im Prozess gegen ihn wegen eines Anschlags auf einen Anwalt in Frankfurt erneut seine Unschuld beteuert.

Er habe den Auftrag erteilt, von dem Anwalt oder anderen Kanzleiangehörigen Daten zu beschaffen, sagte Falk am Dienstag vor dem Frankfurter Landgericht. Der 50-Jährige führte in seiner Stellungnahme genau aus, wann und an wen dieser Auftrag ging. Er habe aber niemanden beauftragt, dem Juristen Gewalt anzutun.

Die Verteidigung beantragte am Dienstag erneut, ein türkisches Brüderpaar zu vernehmen, das den Datendiebstahl durchführen sollte – und somit bezeugen könne, dass lediglich dies beauftragt wurde, aber nicht die Gewalttat.

Die Vernehmung hatte das Gericht zuvor bereits abgelehnt mit dem Hinweis, der Aufenthaltsort der Männer in der Türkei sei nicht bekannt.

Update, 14.36 Uhr: Haftstrafe von sechs Jahren gefordert

Im Prozess um einen Anschlag auf einen Frankfurter Anwalt hat die Staatsanwaltschaft eine Strafe von sechs Jahren Haft für den Hamburger Unternehmer Alexander Falk gefordert. 

Der 50-Jährige habe sich der Anstiftung zu gefährlicher Körperverletzung schuldig gemacht, sagte Staatsanwältin Nicole Metcalf am Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt. In dem Prozess geht es um einen Schuss auf den Juristen im Februar 2010, bei dem dieser schwer am Oberschenkel verletzt worden war.

Metcalf sagte, das Verfahren habe gezeigt, dass bei Falk kriminelle Energie und Rechtsfeindlichkeit vorliege. Er habe den Auftrag zu dem Angriff erteilt, der als Angriff auf den Rechtsstaat zu werten sei. 

Der Schuss hätte auch lebensgefährlich sein können. Falk sitzt seit 22 Monaten in Untersuchungshaft. 

Titelfoto: Arne Dedert/dpa

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