Mann (20) überfällt Rentner (89), um Drogen zu kaufen: Raub nimmt tragisches Ende

Darmstadt - Wegen Mordes an einem 89 Jahre alten Rentner in Reichelsheim (Odenwaldkreis) steht ab diesem Donnerstag (9 Uhr) ein 20-Jähriger vor dem Landgericht Darmstadt.

Fotomontage: Das Opfer hatte den Überfall zunächst überlebt, musste aber in eine Pflegebehandlung. Dort starb der Mann im April (Symbolfoto).
Fotomontage: Das Opfer hatte den Überfall zunächst überlebt, musste aber in eine Pflegebehandlung. Dort starb der Mann im April (Symbolfoto).  © Montage: 123RF/lightfieldstudios, Sean Prior

Laut Staatsanwaltschaft war der Angeklagte am 15. Dezember 2019 in die Wohnung des Rentners eingedrungen, hatte dem 89-Jährigen mehrfach mit einer Eisenstange auf den Kopf geschlagen und ihm 650 Euro abgenommen. Der Angeklagte soll mit der Beute nach Darmstadt gefahren sein, um Drogen zu kaufen.

Das Opfer hatte den Überfall zunächst überlebt, musste aber in eine Pflegebehandlung. Dort starb der Mann im April. Todesursache sind laut Anklage die schweren Kopfverletzungen durch die Schläge mit der Eisenstange.

Die Staatsanwaltschaft sieht in der Tat mit Habgier sowie des Verdeckens einer Straftat zwei Mordmerkmale erfüllt. Der Fall wird vor der Großen Jugendkammer als Schwurgericht verhandelt, weil der angeklagte Deutsche zum Tatzeitpunkt Heranwachsender war.

Es sind bislang fünf Verhandlungstage bis zum 3. Dezember angesetzt.

Update, 16.06 Uhr: Angeklagteer gesteht zum Prozessauftakt

Ein 20-Jähriger hat zum Auftakt eines Mordprozesses vor dem Darmstädter Landgericht gestanden, einen 89-Jährigen bei einem Raubüberfall schwer verletzt zu haben. Der Rentner war nach den Attacken mit einer Eisenstange ein Pflegefall und konnte nicht mehr zu Hause in Reichelsheim im Odenwald wohnen. Er starb im April. Laut Staatsanwaltschaft war der Tod eine Folge der Kopfverletzungen. Deswegen ist der 20-Jährige wegen Mordes aus Habgier anklagt.

"Ich übernehme die volle Verantwortung für den Tod", ließ der Angeklagte über seinen Verteidiger erklären. Er alleine habe die Tat am 15. Dezember 2019 begangen. Der Deutsche raubte bei der Tat zwischen 650 und 750 Euro Bargeld. Er gestand, dass er nach dem Verbrechen in Darmstadt für 200 Euro Kokain gekauft hat und mit seiner damaligen, ebenfalls drogenkonsumierenden Freundin in einem Schnellrestaurant war.

Die Betreuerin des 89-Jährigen schilderte, dass der Angeklagte und das Opfer sich kannten. Unter anderem habe der Rentner ihn stets zu seinen Geburtstagen eingeladen. Der junge Mann, der sich mit einem Gartenservice selbstständig gemacht hatte, hatte dem Rentner eine Zeit lang Brennholz verkauft. Dem psychiatrischen Gutachter hatte der Angeklagte gesagt, der Getötete sei "wie ein Opa" zu ihm gewesen.

Aus Sicht der Kammer ist der Tatablauf wegen der knappen Einlassung des Angeklagten aber noch unklar. "Es ist vielleicht besser, sich zu den Umständen zu äußern", schlug der Vorsitzende Richter Jens Aßling dem Angeklagten vor.

"Sonst bleibt am Ende doch nur der Raubmord." Der Prozess wird am Montag (23.11.) fortgesetzt.

Titelfoto: Montage: 123RF/lightfieldstudios, Sean Prior

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