Mann erwürgt und zerstückelt Freundin: Überraschende Wende nach Urteil

Darmstadt/Karlsruhe - Der Darmstädter Prozess um eine zerstückelte Frauenleiche muss von vorn beginnen. 

Der 35-Jährige soll seine Freundin im Streit erwürgt haben (Symbolfoto).
Der 35-Jährige soll seine Freundin im Streit erwürgt haben (Symbolfoto).  © 123rf/Peerayot To-im

Der Bundesgerichtshof (BGH) hob das Mordurteil gegen einen Deutsch-Mexikaner aus dem Dezember 2019 wegen eines Verfahrensfehlers komplett auf. Damit muss der Fall vor einer anderen Strafkammer des Landgerichts neu verhandelt und entschieden werden. 

Der Beschluss von Ende August wurde am Mittwoch in Karlsruhe veröffentlicht (Az. 2 StR 202/20). Dem Mann wird vorgeworfen, seine 40 Jahre alte Freundin in der Neujahrsnacht 2019 in Darmstadt im Streit erwürgt und die Leiche zerstückelt zu haben. 

Beide waren drogen- und alkoholabhängig. Das Landgericht hatte den bei der Urteilsverkündung 35-Jährigen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Er legte Revision ein - mit Erfolg.

Das Problem ist, dass sich das Gericht auf eine Aussage der Mutter des Angeklagten im Ermittlungsverfahren gestützt hat, obwohl diese im Prozess von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht hatte. 

Das ist mit Zustimmung des Zeugen zwar möglich, aber die Frau war über die Folgen nicht korrekt belehrt worden. Laut BGH ist nicht auszuschließen, dass das Urteil auf diesem Fehler beruht.

Die Entscheidung stammt vom 25. August, wurde aber erst am Mittwoch in der Datenbank des Bundesgerichtshofs veröffentlicht.

Titelfoto: 123rf/Peerayot To-im

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