Tötete psychisch kranker Mann seine Mutter und seinen Halbbruder?

Saarbrücken - Vor dem Landgericht Saarbrücken beginnt am Freitag (9 Uhr) der Prozess gegen einen 40-Jährigen, der seine Mutter und seinen Halbbruder getötet haben soll. 

Die Polizei fand die Leiche des Halbbruders des Angeklagten in der Wohnung der Mutter (Symbolbild).
Die Polizei fand die Leiche des Halbbruders des Angeklagten in der Wohnung der Mutter (Symbolbild).  © dpa/Andreas Arnold

Er muss sich in einem Sicherungsverfahren wegen Totschlags verantworten. Nach Auskunft einer Gerichtssprecherin geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Deutsche aufgrund einer Schizophrenie schuldunfähig ist. 

Es werde die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angestrebt. Der Beschuldigte soll auf seine 72 Jahre alte Mutter im September 2019 in Dudweiler mehrmals mit einem Küchenmesser eingestochen haben, dessen Klinge rund 20 Zentimeter lang war. 

Die Frau konnte zunächst aus ihrer Wohnung flüchten, starb jedoch vier Tage später in einem Krankenhaus.

Der Mann soll dann auch mindestens 20 Mal auf seinen 32-jährigen Halbbruder eingestochen haben, der sich ebenfalls in der Wohnung befand. Das Opfer starb noch vor Ort.

Für den Prozess sind drei Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte demnach am 20. März fallen.

Angeklagter habe laut Verteidigung "null Erinnerung"

Update 14.10 Uhr: Laut Anklage leidet der Mann unter einer schizophrenen Psychose. "Er war daher nicht in der Lage, das Unrecht der Taten einzusehen und nach dieser Einsicht zu handeln", sagte der Oberstaatsanwalt. 

Er sei daher "hinreichend verdächtig, im Zustand der Schuldunfähigkeit durch dieselbe Handlung in zwei Fällen einen Menschen getötet zu haben, ohne Mörder zu sein". Der Verteidiger gab an, sein Mandant habe "null Erinnerung" an die Geschehnisse. In den Wochen vor der Tat habe er täglich mehrere Joints geraucht.

Der Angeklagte soll auf seine 72 Jahre alte Mutter im September 2019 in Dudweiler mehrmals mit einem Küchenmesser eingestochen haben. Die Frau konnte zunächst aus ihrer Wohnung flüchten, starb jedoch vier Tage später in einem Krankenhaus. Anschließend soll er mindestens 20 Mal auf seinen 32-jährigen Halbbruder eingestochen haben, der sich ebenfalls in der Wohnung befunden hatte. Das Opfer starb noch vor Ort.

Als die Schwester des Angeklagten am Freitag als Zeugin aussagte, brachen beide in Tränen aus. Die 47-Jährige schilderte, dass ihr Bruder immer schon Wutausbrüche gehabt habe. Auch habe er Selbstgespräche geführt und sich bedroht gefühlt - in einem Fall sogar von Kindern, die auf der Straße gespielt hätten. Deshalb habe er mit einem Messer auf dem Balkon gestanden und gesagt, er müsse sich verteidigen.

Sie berichtete weiter, noch am Abend vor der Tat habe ihre Mutter gesagt, sie wisse nicht mehr weiter. Mutter und Tochter seien sich einig gewesen, dass der 40-Jährige erneut in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden müsse.

Für den Prozess sind zwei weitere Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil könnte demnach am 20. März fallen.

Der Prozess beginnt vor dem Landgericht in Saarbrücken (Symbolbild).
Der Prozess beginnt vor dem Landgericht in Saarbrücken (Symbolbild).  © dpa/Oliver Dietze

Titelfoto: dpa/Andreas Arnold

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