Schreckliche Bluttat: "Innere Stimmen" befahlen Mann, sein Opfer mit Messer zu töten

Frankfurt am Main - Nach einem tödlichen Angriff im Frankfurter Bahnhofsviertel im vergangenen Sommer beginnt an diesem Freitag (9.30 Uhr) am Landgericht der Prozess gegen den 35-Jährigen Tatverdächtigen.

Die schreckliche Bluttat ereignete sich im Juni 2020 im Frankfurter Bahnhofsviertel. (Archivfoto)
Die schreckliche Bluttat ereignete sich im Juni 2020 im Frankfurter Bahnhofsviertel. (Archivfoto)  © DPA/Arne Dedert

Die Anklage legt ihm heimtückischen Mord zur Last. Der Bulgare war demnach im Juni per Bus aus seiner Heimat nach Frankfurt gekommen.

Kurz nach der Ankunft soll er das 40 Jahre alte Opfer grundlos angegriffen und mit 14 Messerstichen tödlich verletzt haben.

Nachdem er bei der Polizei von "inneren Stimmen" gesprochen hatte, kam er in ein psychiatrisches Krankenhaus.

In dem vorerst auf fünf Verhandlungstage terminierten Verfahren am Landgericht geht es deshalb um eine dauerhafte Unterbringung des Mannes in einer Klinik (Aktenzeichen 3390 Js 227641/20).

Update, 30. April, 13.35 Uhr: Angeklagter soll dauerhaft in Psychiatrie untergebracht werden

Wegen tödlicher Messerstiche auf einen 40-Jährigen am Frankfurter Hauptbahnhof soll ein Mann dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht werden. Zum Auftakt des Prozesses um die Tat vom Juni vergangenen Jahres vor dem Landgericht Frankfurt stellte die Staatsanwaltschaft am Freitag einen entsprechenden Antrag.

Der Beschuldigte räumte die Tat ein. Er habe den 40-Jährigen kurz nach seiner Ankunft aus seiner Heimat Bulgarien an einem Busparkplatz angegriffen und mit 14 Messerstichen getötet. Eine innere Stimme habe ihn dazu getrieben, sagte der 35-Jährige. Das Opfer habe sich zufällig in der Nähe aufgehalten. Ursprünglich sei er nach Deutschland gekommen, um bei einem Bauunternehmen zu arbeiten, sagte der Bulgare.

Der 40-Jährige war noch am Tatort an heftigen Blutungen an Kopf und Hals gestorben. Rechtlich hat die Staatsanwaltschaft die Tat als heimtückischen Mord eingeordnet. Wie am ersten Verhandlungstag bekannt wurde, war der Täter bereits in seiner Heimat psychisch auffällig. Nachdem er dort regelmäßig seine Medikamente einnahm, wurde er aus dem Krankenhaus entlassen. Neben der ärztlich diagnostizierten Schizophrenie spielte auch sein Drogenkonsum eine Rolle.

Die Schwurgerichtskammer hat vier weitere Verhandlungstage bis Ende Mai terminiert.

Titelfoto: DPA/Arne Dedert

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