Urlaub wegen Corona storniert? So schnell muss Euer Reiseveranstalter das Geld erstatten

Frankfurt am Main - Auch in der Corona-Zeit: Nach einer Stornierung muss ein Reiseveranstalter den Reisepreis innerhalb von zwei Wochen zurückerstatten. 

Kunden, die ihre Reise vor allem wegen der Corona-Krise stornierten, mussten zuletzt ziemlich lange auf ihr Geld warten (Symbolfoto).
Kunden, die ihre Reise vor allem wegen der Corona-Krise stornierten, mussten zuletzt ziemlich lange auf ihr Geld warten (Symbolfoto).  © Eduardo Parra/Europa Press/dpa

Ein Mann hatte vor dem Amtsgericht in Frankfurt geklagt, weil sein Veranstalter eine Pauschalreise nach Spanien wegen der Corona-Pandemie noch vor Beginn stornierte, aber nur Gutscheine als Rückzahlung ausgab. 

Wie das Amtsgericht am Mittwoch mitteilte, klagte der Mann daraufhin auf die Rückzahlung der Kosten von mehr als 2300 Euro (Aktenzeichen: 32 C 2620/20 (18)).

Der in Frankfurt ansässige Reiseveranstalter wollte das Geld daraufhin zwar zurückerstatten, aber weder Verzugszinsen noch die vor dem Prozess für den Kläger entstandenen Anwaltskosten zahlen. Der Veranstalter habe mit der Zahlung nicht in Verzug gestanden, hieß es zur Begründung. 

Insbesondere wegen "unvorhersehbarer Liquiditätsschwierigkeiten und nicht zu bewältigendem Organisationsbedarf" sei die Rückzahlung nicht möglich gewesen.

Das Amtsgericht stellte nun fest, dass der Kläger neben der Rückzahlung des Reisepreises auch Anspruch auf Verzugszinsen und Anwaltskosten hat. 

Nach nationalem und europäischem Recht gerate der Veranstalter automatisch in Zahlungsverzug, wenn die Zwei-Wochen-Frist überschritten werde, teile das Gericht mit. 

Daran ändere auch das Gutscheinangebot oder die Corona-Pandemie nichts. Das Urteil ist rechtskräftig.

Titelfoto: Eduardo Parra/Europa Press/dpa

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