Prozess um Schüsse auf Spielplatz: Haupttäter zu Haftstrafe verurteilt

Frankfurt am Main - Im Prozess um Schüsse auf einem Spielplatz in Frankfurt-Nied wird heute ab 9.30 Uhr vor dem Landgericht Frankfurt das Urteil erwartet.

Der 21-Jährige hatte während eines Streits mehrfach auf seine Kontrahenten geschossen und diese schwer verletzt (Symbolbild).
Der 21-Jährige hatte während eines Streits mehrfach auf seine Kontrahenten geschossen und diese schwer verletzt (Symbolbild).  © Bild-Montage: 123rf/Alexandr Muntean, 123rf/Lukas Gojdan

Hauptangeklagter ist ein 21-jähriger Mann, der bei einem Streit zwischen mehreren Beteiligten wegen einer Ohrfeige mehrmals geschossen und zwei Kontrahenten schwer verletzt haben soll.

Für ihn beantragte die Staatsanwaltschaft eine Jugendstrafe von dreieinhalb Jahren wegen gefährlicher Körperverletzung.

Die drei zwischen 16 und 21 Jahre alten Mitangeklagten sollen Bewährungsstrafen erhalten.

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Sie hatten von der Waffe ihres Bekannten nichts gewusst, heißt es.

In dem Prozess hatte der mutmaßliche Haupttäter jede Tötungsabsicht bestritten.

Update, Dienstag, 16.08 Uhr: Fast vier Jahre Haft für Angeklagten

Nach Schüssen auf einem Spielplatz im Frankfurter Stadtteil Nied ist der 21-jährige Angeklagte zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt worden.

Die Jugendstrafkammer des Landgerichts Frankfurt ging am Dienstag von gefährlicher Körperverletzung aus, der Angeklagte sei von einem Tötungsversuch zurückgetreten. Ursprünglich war die Anklage sogar von versuchtem Mord ausgegangen.

Zwei weitere Angeklagte zwischen 16 und 19 Jahren erhielten Bewährungsstrafen von einem Jahr und neun Monaten beziehungsweise eineinhalb Jahren. Der vierte Angeklagte wurde wegen Beihilfe verwarnt und mit Arbeitsstunden belegt.

Laut Urteil deutete der vorausgegangene Email-Verkehr darauf hin, dass auch die Mitangeklagten von der Schusswaffe ihres Bekannten gewusst hatten. Ihre Verteidiger hatten dies bestritten und deshalb Freisprüche für ihre Mandanten gefordert.

Im Strafmaß für den Haupttäter lagen die Richter noch um drei Monate über dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Titelfoto: Bild-Montage: 123rf/Alexandr Muntean, 123rf/Lukas Gojdan

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