Kopfschuss-Mord an Walter Lübcke: Geständnisse von Stephan Ernst heute vor Gericht

Frankfurt am Main - In dem Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke (CDU) geht es an diesem Montag um die unterschiedlichen Geständnisse des Hauptangeklagten Stephan Ernst.

Der Rechtsextremist Stephan Ernst (Foto vom 27. August) wird des Mordes an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke beschuldigt.
Der Rechtsextremist Stephan Ernst (Foto vom 27. August) wird des Mordes an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke beschuldigt.  © Thomas Kienzle/AFP-Pool/dpa

Vor dem Oberlandesgericht Frankfurt (11 Uhr) sollen ein früherer Anwalt von Stephan Ernst und ein aktueller Pflichtverteidiger aussagen.

Außerdem will das Gericht erneut Ernst selbst befragen. Hintergrund ist die Rolle des Mitangeklagten Markus H. in den verschiedenen Geständnissen, bei denen Ernst von jeweils unterschiedlichen Anwälten beraten worden war.

Nach dpa-Informationen sind Ernsts erster Anwalt Dirk Waldschmidt und sein Verteidiger Mustafa Kaplan als Zeugen geladen.

Ausschnitte von zwei einander widersprechenden Geständnissen des Hauptangeklagten wurden im Juli von dem Reportage-Format "STRG_F" des Norddeutschen Rundfunks veröffentlicht. Sie sind bis heute auf der Plattform YouTube zu sehen (TAG24 berichtete).

Stephan Ernst soll im Juni 2019 aus rechtsextremistischen Motiven Kassels Regierungspräsident Walter Lübcke mit einem Kopfschuss getötet haben.

In einem ersten Geständnis nach seiner Verhaftung räumte er die Tat ein. In einem zweiten bezeichnete er dann Markus H. als Schützen und gab an, dass sein erster Anwalt ihn dazu motiviert und finanzielle Hilfe in Aussicht gestellt habe.

In einem dritten Geständnis vor Gericht räumte er die Tat ein, belastete aber auch H., der ihn begleitet habe.

Der Mitangeklagte im Mordfall Lübcke, Markus H. (M., Foto vom 13. August) wird von zwei Justizbeamten in den Gerichtssaal geführt.
Der Mitangeklagte im Mordfall Lübcke, Markus H. (M., Foto vom 13. August) wird von zwei Justizbeamten in den Gerichtssaal geführt.  © Ronald Wittek/epa Pool/dpa

Zu dem falschen ersten Geständnis habe ihm sein zweiter Pflichtverteidiger Frank Hannig geraten, von dem er sich mittlerweile getrennt hat.

Titelfoto: Thomas Kienzle/AFP-Pool/dpa

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