Lübcke-Prozess wegen Covid-19-Kontakt von Richter vertagt

Frankfurt am Main - Im Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke steht am Donnerstag eine weitere Tat im Mittelpunkt, ein Messerangriff auf einen irakischen Flüchtling.

Stefan Ernst soll einen irakischen Flüchtling mit einem Messer angegriffen haben.
Stefan Ernst soll einen irakischen Flüchtling mit einem Messer angegriffen haben.  © Boris Roessler/dpa-POOL/dpa

Das Opfer der Tat, Ahmed I., tritt in dem Prozess vor dem Oberlandesgericht Frankfurt am Main als Nebenkläger auf. 

Geplant ist, drei Polizisten zu der Tat im Januar 2016 zu vernehmen (ab 10 Uhr), bei der I. schwer verletzt wurde.

Der Angeklagte Stephan Ernst hatte vor Gericht im Sommer angegeben, er habe nichts mit dem Angriff zu tun. 

Ein in seinem Haus beschlagnahmtes Messer hatte geringe DNA-Spuren aufgewiesen, die ein Sachverständiger in einem kürzlich vorgestellten Gutachten I. nicht eindeutig zuordnen konnte. Sie enthielten allerdings Merkmale, die unter Mitteleuropäern sehr selten, im Irak aber häufiger seien.

Ernst wird hauptsächlich zur Last gelegt, den CDU-Politiker Lübcke im Juni 2019 erschossen zu haben. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremistischen Motiv aus. 

Außerdem ist Ernsts früherer Arbeitskollege Markus H. wegen Beihilfe angeklagt. Er soll Ernst politisch beeinflusst haben.

Update, 15.38 Uhr: Lübcke-Prozess wegen Kontakt eines Richters zu Covid-19-Fall vertagt

Wegen eines Kontakts mit einem Covid-19-Fall ist der Prozess um den Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke am Donnerstag vertagt worden. Ein Mitglied des Staatsschutzsenats des Oberlandesgerichts Frankfurt am Main habe vergangenes Wochenende Kontakt zu einer Person gehabt, die inzwischen Krankheitssymptome habe und positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, sagte der Vorsitzende Richter Thomas Sagebiel. Nun müsse sich dieses Senatsmitglied ebenfalls testen lassen.

Der Staatsschutzsenat besteht aus vier Richtern und einer Richterin. Welcher von ihnen sich einem Corona-Test unterziehen muss, wurde nicht bekanntgegeben. Die Verhandlung werde aus Gründen des Infektionsschutzes auf kommenden Montag vertagt, sagte Sagebiel.

Hauptangeklagter in dem Prozess ist der Deutsche Stephan Ernst. Er soll den CDU-Politiker Lübcke im Juni 2019 erschossen haben. Die Bundesanwaltschaft geht von einem rechtsextremistischen Motiv aus.

Titelfoto: Boris Roessler/dpa-POOL/dpa

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