Mann kapert Laster und rammt im Drogenrausch Autos: Neun Jahre Haft

Limburg - Im Prozess um einen mutmaßlich absichtlich verursachten Lastwagen-Unfall mit mehreren Verletzten mitten in Limburg wird an diesem Freitag das Urteil erwartet.

Dem 33-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, im Oktober 2019 in Limburg einen Lastwagen gekapert und dann mit diesem absichtlich auf Autos aufgefahren zu sein.
Dem 33-jährigen Angeklagten wird vorgeworfen, im Oktober 2019 in Limburg einen Lastwagen gekapert und dann mit diesem absichtlich auf Autos aufgefahren zu sein.  © Thomas Frey/dpa/POOL/dpa

Zuvor (ab 9.30 Uhr) sind die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung geplant.

Dem Angeklagten wird unter anderem versuchter Mord vorgeworfen. Er soll im Oktober 2019 zunächst einen Lkw-Fahrer aus dessen Fahrzeug gezogen und sich dann selbst hinters Steuer gesetzt haben.

Kurz darauf soll der aus Syrien stammende Flüchtling an einer Ampelkreuzung absichtlich gegen vor ihm stehende Wagen gefahren sein. Zehn Fahrzeuge wurden aufeinander geschoben, 18 Menschen erlitten Verletzungen.

Der Angeklagte hatte sich im Prozess für die Tat entschuldigt, zugleich aber auf Erinnerungslücken und seinen Drogenkonsum verwiesen. "Wären die Drogen nicht im Spiel gewesen, wäre das nicht passiert", sagte er.

Ein Gutachter hatte bei dem Mann eine verminderte Schuldfähigkeit zum Tatzeitpunkt festgestellt. Er sah auch die Voraussetzungen zur Unterbringung in einer Entzugsklinik als erfüllt an.

Plädoyers und Urteil waren eigentlich bereits geplant gewesen, wurden aber zweimal verschoben, auch weil sich ein Schöffe corona-bedingt in Quarantäne begeben musste.

Update, 14.40 Uhr: Staatsanwalt fordert über sechs Jahre Haft

In dem Prozess wegen eines mutmaßlich absichtlich verursachten Lastwagenunfalls mitten in Limburg hat die Staatsanwaltschaft am Freitag für eine Haftstrafe von sechs Jahren und zehn Monaten plädiert.

Der 33-Jährige sei unter anderem wegen 18-fachen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit zu verurteilen, forderte der Vertreter der Anklagebehörde. Es handle sich um versuchten Mord, da die Tat mit "gemeingefährlichen Mitteln" ausgeführt worden sei. Der Mann solle für einen Teil der Haftzeit in einer Entziehungsanstalt untergebracht werden.

Der aus Syrien stammende Angeklagte soll am 7. Oktober 2019 zunächst einen Lkw-Fahrer aus dessen Gefährt gezogen und sich selbst hinter das Steuer gesetzt haben. Kurz darauf soll er an einer Kreuzung mit etwa Tempo 40 absichtlich gegen vor ihm stehende Wagen gefahren sein, die vor einer Ampel warteten. Zehn Fahrzeuge wurden aufeinander geschoben, 18 Menschen erlitten Verletzungen. Der Mann wurde noch am Tatort festgenommen, er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Update, 16 Uhr: Neun Jahre Haft für Lastwagen-Unfallfahrt in Limburg

Wegen eines absichtlich verursachten Lastwagen-Unfalls mit 18 Verletzten hat das Limburger Landgericht am Freitag einen 33-Jährigen zu neun Jahren Haft verurteilt. Die Tat sei als versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung zu werten, sagte der Vorsitzende Richter.

Der Staatsanwalt hatte wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung eine Strafe von sechs Jahren und zehn Monaten gefordert, der Verteidiger plädierte auf zwei Jahre wegen Körperverletzung.

Titelfoto: Thomas Frey/dpa/POOL/dpa

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