Wollte Obdachloser ICE entgleisen lassen? Prozess wegen Sabotage

Wiesbaden - Zehn Monate nach der Sabotage an Bahngleisen auf der ICE-Schnellfahrstrecke Frankfurt-Köln beginnt an diesem Mittwoch (9 Uhr) der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter.

Mehr als 400 Züge passierten die gefährliche Stelle (Symbolfoto).
Mehr als 400 Züge passierten die gefährliche Stelle (Symbolfoto).  © Daniel Reinhardt/dpa

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 52-Jährigen vor dem Wiesbadener Landgericht versuchten Mord und einen gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr vor.

Der obdachlose Deutsche soll Mitte März 2020 nahe der Theißtalbrücke bei Niedernhausen Schienenbefestigungen abmontiert haben. Laut Anklage war es sein Ziel, einen Zug entgleisen zu lassen.

Mehr als 400 Züge passierten die gefährliche Stelle, bis ICE-Lokführer aufmerksam wurden. Der Abschnitt wurde gesperrt, kurz darauf wurden auf rund 80 Metern lose Gleise entdeckt.

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Der Angeklagte wurde wenige Tage später bei Köln festgenommen, er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Update, 12.15 Uhr: Angeklagter schweigt zum Prozessauftakt

Zum Prozessauftakt wegen Sabotage auf der ICE-Schnellfahrstrecke Köln-Frankfurt hat der Angeklagte keine Angaben gemacht. Er werde auch nichts zu den persönlichen Verhältnissen sagen, teilte der Rechtsanwalt des 52-Jährigen am Mittwoch mit.

Der Prozess im Wiesbadener Landgericht wird an diesem Donnerstag mit der Vernehmung von Zeugen fortgesetzt, darunter Zugführer der Deutschen Bahn.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem angeklagten Deutschen unter anderem versuchten Mord vor.

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

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