Prozess um totgeraste 20-Jährige: Schwer beschuldigter Beifahrer aus U-Haft entlassen

Würzburg/Eisenheim - Im ausgesetzten Berufungsprozess um die totgefahrene 20-jährige Theresa S. aus dem Landkreis Würzburg ist der angeklagte Beifahrer aus der Untersuchungshaft entlassen worden.

Der Hauptangeklagte sitzt in einem Gerichtssaal im Landgericht Würzburg auf der Anklagebank (Archivbild).
Der Hauptangeklagte sitzt in einem Gerichtssaal im Landgericht Würzburg auf der Anklagebank (Archivbild).  © dpa/Karl-Josef Hildenbrand

Gegen den 23-Jährigen bestehe derzeit kein dringender Tatverdacht wegen Anstiftung zum Mord mehr, wie ein Sprecher des Landgerichts Würzburg am Donnerstag bestätigte.

Nach einer Haftbeschwerde folgte die Entlassung bereits im Dezember.

Die junge Frau wurde im April 2017 auf einer Ortsstraße bei Untereisenheim (Landkreis Würzburg) von einem Auto erfasst. Die vier Insassen kamen von einem Weinfest.

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Im Sommer startete das Berufungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung gegen den Fahrer und wegen unterlassener Hilfeleistung gegen die drei Mitfahrer.

Kurz nach dem Auftakt meldete sich im September 2020 eine Zeugin: Sie habe auf einer Party ein Gespräch mitbekommen, in dem einer der vier Deutschen im Unfallwagen erzählt habe, der Beifahrer hätte den Fahrer angestachelt, auf die Fußgängerin zuzufahren (TAG24 berichtete).

Prozess zurzeit wegen Mordverdacht ausgesetzt

Zurzeit ist der Prozess vor dem Landgericht Würzburg wegen der Nachermittlungen ausgesetzt.
Zurzeit ist der Prozess vor dem Landgericht Würzburg wegen der Nachermittlungen ausgesetzt.  © dpa/Daniel Karmann

Der Prozess ist seither wegen Mordverdacht und den entsprechenden Nachermittlungen unterbrochen. Es steht laut Gericht noch nicht fest, wann dieser fortgesetzt werden wird.

"Wir hoffen bis zuletzt, dass jeder, der etwas über den Fall weiß, sich meldet und hilft, die Sache aufzuklären", sagte der Anwalt der Familie damals der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

"Nur wenn der Tod vollständig aufgeklärt ist, gibt es eine Chance für die Hinterbliebenen, mit der Sache abzuschließen."

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In erster Instanz stufte ein Gutachter den Fahrer wegen seines Alkoholrausches als schuldunfähig ein - er bekam eine Geldstrafe von 5000 Euro sowie ein Jahr Fahrverbot auferlegt.

Bundesweit entfachte sich eine Debatte über die Schuldunfähigkeit von stark betrunkenen Tätern. Der Beifahrer und die Mitfahrer bekamen wegen unterlassener Hilfeleistung Geldstrafen zwischen 1000 und 2000 Euro.

Titelfoto: dpa/Karl-Josef Hildenbrand

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