22-jährige Nachbarin mit Fuß getötet: Urteil gefallen!

Hamburg - Im Prozess um die Ermordung einer 22-Jährigen in Hamburg-Eimsbüttel will das Landgericht am Donnerstag (10.30 Uhr) sein Urteil verkünden.

Der Angeklagte (links) verbirgt zu Prozessbeginn sein Gesicht hinter einem Aktenordner, er steht neben seinem Verteidiger Haydar Güler. (Archivbild)
Der Angeklagte (links) verbirgt zu Prozessbeginn sein Gesicht hinter einem Aktenordner, er steht neben seinem Verteidiger Haydar Güler. (Archivbild)  © Daniel Reinhardt/dpa

Angeklagt ist ein 35-Jähriger. 

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Polen versuchte Vergewaltigung und Mord vor. 

Er soll seine Nachbarin in der Nacht zum 23. April 2019 in einem Mehrfamilienhaus angegriffen haben. 

Als sich die 22-Jährige wehrte und um Hilfe schrie, habe er der Frau mehrfach mit seinem beschuhten Fuß und ganzem Gewicht auf den Hals getreten, bis sie erstickte. 

Dem Angeklagten wird eine weitere Tat vorgeworfen. 

Bereits am 6. August 2018 soll er seine damalige Verlobte nach einem Streit krankenhausreif geschlagen haben. 

Die Staatsanwaltschaft hat nach Angaben eines Gerichtssprechers eine lebenslange Freiheitsstrafe beantragt. 

Angeklagter gestand bei Prozessauftakt

Nach dem Mord haben Menschen Blumen und Kerzen vor dem Wohnhaus im Stadtteil Eimsbüttel abgelegt. (Archivbild)
Nach dem Mord haben Menschen Blumen und Kerzen vor dem Wohnhaus im Stadtteil Eimsbüttel abgelegt. (Archivbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Außerdem soll das Gericht die besondere Schwere der Schuld feststellen. 

Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. 

Die Verteidigung sprach sich dafür aus, den Angeklagten wegen Körperverletzung mit Todesfolge und einfacher Körperverletzung zu sechs Jahren und neun Monaten Haft zu verurteilen. 

Zum Auftakt des Prozesses am 11. Oktober vergangenen Jahres hatte der Angeklagte die Tötung eingeräumt und bereut

Er habe unter Drogen gestanden. 

Den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung hatte er bestritten.

Update, 13.38 Uhr: Zu lebenslanger Haft verurteilt

Das Landgericht hat den Angeklagten am Donnerstag zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. 

Der 35-Jährige habe sich nach Überzeugung der Strafkammer des Mordes in Tateinheit mit versuchter Vergewaltigung schuldig gemacht, erklärte der Vorsitzende Richter Joachim Bülter am Donnerstag.

Die Staatsanwaltschaft hatte eine lebenslange Freiheitsstrafe beantragt. Außerdem sollte das Gericht die besondere Schwere der Schuld feststellen. 

Der Verteidiger hatte sich dafür ausgesprochen, den Angeklagten wegen Körperverletzung mit Todesfolge und einfacher Körperverletzung zu sechs Jahren und neun Monaten Haft zu verurteilen.

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa

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