Prozess um Versklavung von zwei Frauen: Aussage von Cuspert-Witwe erwartet

Hamburg - Im Hamburger Prozess um die Versklavung zweier Jesidinnen durch den Islamischen Staat (IS) in Syrien wird am Freitag (11 Uhr) eine Aussage der Angeklagten erwartet.

Die Witwe des Berliner Rappers und späteren IS-Mitglieds Denis Cuspert sitzt in einem Gerichtssaal im Landgericht. Sie ist wegen der Beihilfe zur Versklavung von zwei Frauen angeklagt. (Archivfoto)
Die Witwe des Berliner Rappers und späteren IS-Mitglieds Denis Cuspert sitzt in einem Gerichtssaal im Landgericht. Sie ist wegen der Beihilfe zur Versklavung von zwei Frauen angeklagt. (Archivfoto)  © Daniel Reinhardt/dpa Pool/dpa

Die Generalstaatsanwaltschaft wirft der 36-jährigen Omaima A. vor, als Mitglied der Terrororganisation Beihilfe zur Versklavung der beiden Frauen aus dem Nordirak geleistet zu haben.

Anfang 2016 soll die Deutsch-Tunesierin in ihrer Wohnung in der Stadt Rakka zweimal eine andere IS-Anhängerin empfangen haben, die die beiden Sklavinnen mitbrachte. Während der Besuche hätten die Frauen die Wohnung geputzt.

Nach Ansicht der Generalstaatsanwaltschaft hat sich die in Hamburg geborene Angeklagte damit der Beihilfe zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Tateinheit mit Freiheitsberaubung schuldig gemacht.

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Omaima A. war mit dem IS-Kämpfer und früheren Berliner Gangsterrapper Denis Cuspert (†42) verheiratet. Dieser wurde Medienberichten zufolge 2018 bei einem Luftangriff in Syrien getötet.

Die 36-Jährige wurde bereits am 2. Oktober 2020 wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation im Ausland zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Bei einem Geständnis könnte sie nun mit einer maximal neun Monate längeren Gesamtfreiheitsstrafe rechnen.

Titelfoto: Daniel Reinhardt/dpa Pool/dpa

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