Cousin starb auf dem Beifahrersitz: Urteil nach Horror-Crash in Hamburg gefällt

Hamburg - Im Prozess um einen tödlichen Autounfall in Hamburg-Horn hat ein Angeklagter am Mittwoch eine Bewährungsstrafe erhalten.

Ein 23-Jähriger kam bei dem schweren Unfall ums Leben.
Ein 23-Jähriger kam bei dem schweren Unfall ums Leben.  © HamburgNews/Christoph Seemann

"Der 23-Jährige ist wegen fahrlässiger Tötung in Tateinheit mit fahrlässiger Körperverletzung zum Nachteil von drei weiteren Personen zu einem Jahr und zehn Monaten zur Bewährung verurteilt worden", sagte ein Gerichtssprecher nach der Urteilsverkündung.

Die Fahrerlaubnis wurde für vier Jahre entzogen. Der Mann muss zudem 3000 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Das Landgericht sprach den anderen Angeklagten (20) frei. Den beiden jungen Männern war ursprünglich vorgeworfen worden, sich an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen mit Todesfolge beteiligt zu haben.

Doch das sei nicht nachweisbar, waren die Richter überzeugt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die jungen Männer waren auf dem Weg in eine Shisha-Bar

Die Angeklagten sitzen zwischen ihren Anwälten im Strafjustizgebäude.
Die Angeklagten sitzen zwischen ihren Anwälten im Strafjustizgebäude.  © Christian Charisius/dpa-Pool/dpa

Der 23-Jährige hatte nach Angaben eines Gerichtssprechers erklärt, es sei kein Rennen gewesen, sondern ein Unfall. Mehrere Autos hatten sich im Oktober 2019 gemeinsam auf den Weg zu einer Shisha-Bar gemacht.

Der 23-Jährige fuhr nach Überzeugung der Richter mindestens 84 Stundenkilometer, der 20-Jährige 104 Stundenkilometer. Erlaubt war Tempo 50.

Fest stehe, dass der 23-Jährige beim Spurwechsel rechts rübergezogen sei und den Wagen des 20-Jährigen dabei touchiert habe, sagte der Sprecher. "Beide verloren die Kontrolle über ihre Fahrzeuge."

Der BMW des 23-Jährigen prallte gegen einen Baum. Sein Cousin auf dem Beifahrersitz erlitt tödliche Verletzungen. Der Audi A6 des 20-Jährigen schleuderte gegen zehn weitere Autos am Straßenrand.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den 23-Jährigen zwei Jahre und zehn Monate Haft gefordert.

Für den 20-Jährigen plädierte die Anklagebehörde auf Freispruch. Die Verteidigung forderte für beide Männer Freispruch.

Titelfoto: HamburgNews/Christoph Seemann

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