Freundin angegriffen, damit sie ihr Kind verliert: 26-Jähriger erneut vor Gericht!

Hamburg - Ein 26 Jahre alter Mann muss sich erneut vor Gericht verantworten, weil er mehrere Angriffe auf seine schwangere Freundin organisiert haben soll, damit sie das gemeinsame Kind noch vor der Geburt verliert!

Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtsaal des Landgerichts Hamburg. Dort muss sich erneut ein 26-Jähriger verantworten, der mehrere Angriffe auf seine schwangere Freundin organisiert haben soll. (Symbolfoto)
Ein Justizbeamter steht in einem Gerichtsaal des Landgerichts Hamburg. Dort muss sich erneut ein 26-Jähriger verantworten, der mehrere Angriffe auf seine schwangere Freundin organisiert haben soll. (Symbolfoto)  © Christian Charisius/dpa

Der Berufungsprozess startet am Dienstag (9 Uhr) vor dem Landgericht Hamburg. Für den ersten Verhandlungstag sind dem Gericht zufolge drei Zeugen und eine Sachverständige geladen, darunter auch die damals schwangere junge Frau.

Der Angeklagte war im Juni zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Gegen dieses Urteil vom Amtsgericht Hamburg-St. Georg hatte der Syrer Berufung eingelegt.

Dem Mann werden gefährliche Körperverletzung und versuchter Schwangerschaftsabbruch vorgeworfen. Er soll im Oktober 2019 sowie im April 2020 mit fingierten Überfällen versucht haben, das ungeborene Kind seiner damals 17 Jahre alten Freundin zusammen mit einem Komplizen zu töten.

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Bei der ersten Attacke war die Frau in der neunten Woche, bei der zweiten im achten Monat. Dabei soll der Syrer jeweils von einem zweiten Mann unterstützt worden sein. Ein Mitangeklagter, der die Frau getreten haben soll, war im Juni mangels Beweisen freigesprochen worden.

Die junge Frau soll in Folge des zweiten Angriffes vorzeitige Wehen bekommen haben, sodass es zu einem Notkaiserschnitt kam. Das gemeinsame Kind und die junge Mutter hatten die Angriffe ohne bleibende körperliche Schäden überstanden.

Update, 10.47 Uhr: Angeklagter bricht Schweigen

Im neu aufgerollten Prozess um zwei Überfälle und gewaltsame Tritte gegen den Bauch einer Schwangeren hat der Angeklagte vor dem Landgericht Hamburg sein Schweigen gebrochen und einen Teil der Vorwürfe bestritten. "Ich habe nichts mit dem ersten Fall zu tun", sagte der Angeklagte am Dienstag vor Gericht. "Ich wollte das Kind. (...) Ich wollte sie heiraten", sagte der Syrer weiter.

Der Mann soll versucht haben, mit zwei arrangierten Überfällen im Oktober 2019 und April 2020 auf seine damals 17 Jahre alte schwangere Freundin das noch ungeborene gemeinsame Kind zu töten. Ein Komplize soll dabei nach vorheriger Absprache die Frau in einem Park nachts geschlagen und mehrfach gegen den Bauch getreten haben.

Bei dem ersten Angriff war die junge Frau in der neunten Woche schwanger, beim zweiten im achten Monat. Der gemeinsame Sohn des Paars kam einen Tag nach dem zweiten Angriff per Notkaiserschnitt auf die Welt - augenscheinlich ohne bleibende Schäden.

Eine Beteiligung an der zweiten Attacke gab der Angeklagte dagegen vollumfänglich zu. Er habe seine Freundin jedoch lediglich «erschrecken» wollen, beteuerte er. Kurz zuvor habe er herausbekommen, dass sie ihn mit seinem besten Freund betrogen haben soll. Dafür habe er sie bestrafen wollen. Schläge in den Unterleib habe er dabei nicht gewollt, das bedauere er. "Ich war nicht so bescheuert, sie zu schwängern und es danach abzutreiben. Ich wollte von ihr nicht nur ein Kind, sondern viele Kinder."

Der Angeklagte war im Juni vom Amtsgericht zu einer Haftstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Dagegen hatte er Berufung eingelegt. Das Fall wird deshalb nun komplett neu verhandelt.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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