G20-Prozess um Elbchaussee-Randale: Gibt es Freisprüche?

Hamburg - Im Prozess um den gewalttätigen Aufmarsch an der Hamburger Elbchaussee beim G20-Gipfel haben die Verteidiger der vier Angeklagten aus Hessen Freispruch gefordert.

Bei den G20-Ausschreitungen an der Elbchaussee brannten unter anderem Autos und Gebäude. (Archivbild)
Bei den G20-Ausschreitungen an der Elbchaussee brannten unter anderem Autos und Gebäude. (Archivbild)  © Bodo Marks/dpa

Das teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Freitag mit. 

Die Verteidiger hatten bereits zum Auftakt des Prozesses erklärt, dass die Teilnahme ihrer Mandanten an der Aktion nicht zu beanstanden sei, weil es sich um eine grundgesetzlich geschützte Demonstration gehandelt habe.

Die Staatsanwaltschaft wirft den vier jungen Männern aus dem Rhein-Main-Gebiet sowie einem weiteren Angeklagten aus Frankreich schweren Landfriedensbruch und Mittäterschaft bei Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung vor. 

Sie sollen unter den rund 220 schwarz Vermummten gewesen sein, die am Morgen des 7. Juli 2017 Autos und Gebäude an der Elbchaussee anzündeten, zahlreiche Scheiben einschlugen und Häuser mit Farbe beschmierten. 

Bei den rund 100 Einzeltaten entstand nach Angaben der Staatsanwaltschaft ein Schaden von mindestens einer Million Euro. 

Staatsanwaltschaft fordert mehrjährige Haftstrafen

Der Prozess begann bereits im Dezember 2018. (Archivbild)
Der Prozess begann bereits im Dezember 2018. (Archivbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Sechs Menschen erlitten Schocks oder wurden verletzt.

Von den vier deutschen Angeklagten sollen nach dem Willen der Anklage die beiden älteren (23 und 26) für drei Jahre ins Gefängnis, die beiden jüngeren (19 und 20) für zweieinhalb Jahre. 

Für den Franzosen beantragte die Staatsanwaltschaft vier Jahre und neun Monate Haft.

Die Verteidiger des 24-Jährigen haben bereits am 23. Juni Freispruch gefordert. 

Allerdings räumten sie ein, dass ihr Mandant in zwei anderen Anklagepunkten schuldig sein könnte.

Der 24-Jährige hatte eingeräumt, am Abend des Tattages Steine und Flaschen in Richtung der Polizei geworfen zu haben.

Titelfoto: Bodo Marks/dpa

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