Seniorin brutal niedergestochen: Horror-Pflegerin erneut vor Gericht

Hamburg – Ein beinahe tödlicher Messerangriff auf eine 93-jährige Frau in Hamburg-Poppenbüttel wird ab Mittwoch (9 Uhr) erneut vor dem Hamburger Landgericht verhandelt.

Die Angeklagte (l) sitzt neben ihrem Anwalt Johannes Santen zu Beginn des erneuten Prozesses vor dem Landgericht.
Die Angeklagte (l) sitzt neben ihrem Anwalt Johannes Santen zu Beginn des erneuten Prozesses vor dem Landgericht.  © Christian Charisius/dpa

In ersten Verfahren war eine heute 41 Jahre alte ehemalige Altenpflegeschülerin wegen Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt worden. 

Der Bundesgerichtshof hatte das Urteil jedoch teilweise aufgehoben, weil mildernde Umstände nicht ausreichend abgewogen worden seien. An den Feststellungen zur Tat hatten die Bundesrichter nichts auszusetzen.

Demnach überfiel die angeklagte Deutsche am 10. März 2018 die damals 93-Jährige in ihrer Wohnung und fügte ihr 32 Stich- und Schnittverletzungen zu. Wie durch ein Wunder überlebte die alte Frau die Tat. 

Das Landgericht Hamburg hatte am 25. März vergangenen Jahres eine lebenslange Haftstrafe verhängt, weil die Tat sehr nahe an der Vollendung gewesen sei.

Am 11. März dieses Jahres hatte der neue Prozess um das Strafmaß bereits begonnen. Wegen einer ausstehenden Stellungnahme eines Psychiaters und wegen der Corona-Krise hatte das Verfahren aber abgebrochen werden müssen.

Update, 12.57 Uhr: Anklage fordert lebenslange Haft

Die Staatsanwaltschaft hat vor dem Hamburger Landgericht eine lebenslange Freiheitsstrafe für die Angeklagte gefordert. Es liege ein "Tatbild geprägt von außerordentlicher Brutalität" vor, sagte der Vertreter der Anklagebehörde am Mittwoch. 

Laut Verteidigung wurde die langjährige psychische Krankheit der Angeklagten nicht genug berücksichtigt. 

Eine Haftstrafe müsse eher "im Bereich von zehn Jahren" liegen, war der Anwalt überzeugt. Seine Mandatin brauche zudem eine Therapie.

Die Richter wollten noch am Mittwochmittag das Urteil sprechen.

Update, 13.30 Uhr: Urteil gefallen

Das Landgericht Hamburg hat die 41-Jährige am Mittwoch erneut zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. 

Eine Strafmilderung komme trotz der psychischen Probleme der Angeklagten, ihres weitgehenden Geständnisses und ihrer persönlichen Notsituation nicht in Betracht, sagte die Vorsitzende Richterin am Mittwoch. 

"Wir hatten es mit einer grausamen Tat zu tun." Dass die alte Frau überlebt habe, grenze an ein Wunder.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Hamburg:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0