Prozess gegen SS-Wachmann Bruno D.: KZ-Überlebende hoffen auf Urteil

Hamburg – Die gut 40 Nebenkläger im Prozess gegen einen früheren Wachmann im KZ Stutthof hoffen auf ein baldiges Urteil des Landgerichts Hamburg. 

Der Angeklagte sitzt zu Beginn des Prozesses auf einem Rollstuhl im Gerichtssaal.
Der Angeklagte sitzt zu Beginn des Prozesses auf einem Rollstuhl im Gerichtssaal.  © Markus Scholz/dpa/Pool/dpa

Die hochbetagten Überlebenden des Konzentrationslagers bei Danzig wollten nur noch eins, hatte der Nebenklage-Vertreter Günther Feld in seinem Plädoyer erklärt: Dass von einem deutschen Gericht festgestellt wird, dass das ihnen Angetane Unrecht war.

Doch der Zeitplan des Gerichts ist knapp. Am Freitag (12 Uhr) wollen noch mindestens sechs Nebenklage-Vertreter plädieren. Der zweistündige Termin ist dafür nach Planung des Gerichts die letzte Gelegenheit. 

Am Montag soll der Verteidiger seinen Schlussvortrag halten und der 93 Jahre alte Angeklagte Gelegenheit zu einem letzten Wort bekommen. Die Jugendkammer will am nächsten Donnerstag ihr Urteil verkünden, kurz vor der Sommerpause des Gerichts.

Die Staatsanwaltschaft hat beantragt, den Angeklagten wegen Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen zu einer Jugendstrafe von drei Jahren Haft zu verurteilen. 

Der 93-Jährige hatte zum Auftakt des Verfahrens im Oktober vergangenen Jahres eingeräumt, dass er vom 9. August 1944 bis zum 26. April 1945 Wachmann in dem Konzentrationslager war. Weil er damals erst 17 bis 18 Jahre alt war, findet der Prozess vor einer Jugendstrafkammer statt.

Titelfoto: Markus Scholz/dpa/Pool/dpa

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