Rentner für Geld stranguliert: Schneidermeister muss lebenslang in Haft

Hamburg – Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines 83-Jährigen in Hamburg-Wilhelmsburg will das Landgericht am Donnerstag (9.30 Uhr) sein Urteil verkünden.

Der Angeklagte (vorne) sitzt im Landgericht im Sitzungssaal neben seinem Verteidiger.
Der Angeklagte (vorne) sitzt im Landgericht im Sitzungssaal neben seinem Verteidiger.  © Daniel Bockwoldt/dpa Pool/dpa

Dem 54 Jahre alten Angeklagten wirft die Staatsanwaltschaft Mord aus Habgier in Tateinheit mit besonders schwerem Raub mit Todesfolge vor.

Sie hat eine lebenslange Strafe und die Feststellung der besonderen Schwere der Schuld beantragt. Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen. Die Verteidigung hat auf Freispruch plädiert, weil der Angeklagte aus Notwehr gehandelt habe.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wusste der angeklagte Schneidermeister, dass der Rentner viel Geld in seiner Wohnung aufbewahrte.

Um sich Zutritt zu verschaffen, soll der 54-Jährige am 20. März dieses Jahres vorgegeben haben, sich für eine Nähmaschine zu interessieren, die der Rentner zum Kauf anbot.

Weil er ungestört nach dem Geld suchen wollte, ermordete der Angeklagte den 83-Jährigen. Danach habe er aus einem Koffer fast 100.000 Euro an sich genommen. Die Leiche wurde zwei Tage später neben der Nähmaschine gefunden.

Der Angeklagte selbst erklärte, es sei bei der Besichtigung der Nähmaschine zum Streit gekommen. Der Rentner habe ihn mit einer Schere in der Hand angegriffen und dabei geschrien: "Ich bringe Dich um". Er habe sich gewehrt, dabei ein Stück Stoff ergriffen und auf das Gesicht des Mannes gedrückt.

Update, 10.20 Uhr: Lebenslange Freiheitsstrafe

Im Prozess um den Mord an einem 83-Jährigen in Hamburg-Wilhelmsburg hat das Landgericht einen Schneidermeister zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Zudem werde die besondere Schwere der Schuld festgestellt, sagte die Vorsitzende Richterin am Donnerstag. Damit wäre eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren so gut wie ausgeschlossen.

Es gebe keinerlei Zweifel, dass der 54-Jährige den alten Mann am 20. März dieses Jahres ermordet habe, um an in der Wohnung verstecktes Bargeld des Seniors zu gelangen, sagte die Richterin.

Der Schneidermeister unterbrach die Urteilsbegründung der Richterin mit dem Ausruf: "Ich möchte diese ganze Lügerei nicht hören." Nach einer kurzen Unterbrechung setzte die Richterin ihre Ausführungen fort.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa Pool/dpa

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