Spektakulärer Umbau: "Grüner Bunker" auf St. Pauli landet vor Gericht

Hamburg – Die Aufstockung des Hochbunkers von St. Pauli beschäftigt am Mittwoch (10 Uhr) das Verwaltungsgericht Hamburg.

Die Visualisierung zeigt den geplanten Dachaufbau und Garten auf dem Hochbunker am Heiligengeistfeld.
Die Visualisierung zeigt den geplanten Dachaufbau und Garten auf dem Hochbunker am Heiligengeistfeld.  © Planungsbüro Bunker/dpa

Ein Anwohner hat gegen die Erhöhung des Weltkriegsgebäudes um fünf Stockwerke geklagt. Die Baugenehmigung sei nicht rechtmäßig, argumentiert der Kläger.

Mit den neuen Stockwerken wäre der Hochbunker 58 Meter hoch, die umliegenden fünf- bis sechsstöckigen Gebäude aber nur 16 Meter. 

Es hätte ein neuer Bebauungsplan für das Viertel erstellt werden müssen. Ob das Gericht bereits am Mittwoch eine Entscheidung trifft, ist nach Angaben eines Sprechers ungewiss.

Nach Darstellung des Senats soll durch den spektakulären Umbau eine Sport- und Freizeithalle in dem Bunker entstehen. Der Investor plant ferner ein Hotel und zwei Gästehäuser. Auf dem Dach soll eine öffentlich frei zugängliche Grünfläche angelegt werden. 

Auch die Terrassen des Aufbaus sollen begrünt werden. Vorgesehen ist zudem, dass einige Künstler in dem Gebäude wohnen und arbeiten können. 

Um die laufenden Baumaßnahmen hat es bereits Streit mit den Bestandsmietern aus dem Medien- und Kulturbereich gegeben, in dem die Kulturbehörde zu vermitteln versuchte.

Update, 18.25: Noch keine Entscheidung gefallen

Die Klage gegen die Aufstockung des Hochbunkers von St. Pauli beschäftigt weiter das Verwaltungsgericht Hamburg. 

Der Richter habe die Sache am Mittwoch nicht entscheiden können, weil er als Kläger drei Befangenheitsanträge gestellt habe, sagte Anwohner Mario Bloem. Über die Anträge müsse zunächst ein anderer Richter befinden. Die Entscheidung über die Klage werde den Beteiligten schriftlich zugestellt werden, erklärte ein Gerichtssprecher.

Bloem hält die Baugenehmigung für das Projekt für nicht rechtmäßig. Mit den neuen Stockwerken wäre der Hochbunker 58 Meter hoch, die umliegenden fünf- bis sechsstöckigen Gebäude aber nur 16 Meter. Es hätte ein neuer Bebauungsplan für das Viertel erstellt werden müssen, argumentiert der Kläger. 

Bloem hatte nach eigenen Angaben keinen Anwalt. Der Richter habe ihn in der Verhandlung aufgefordert, seine Beweisanträge in kurzer Zeit schriftlich zu formulieren und vorzulegen. Das habe er als unfair empfunden. Bloem kündigte an, bei einer Ablehnung seiner Klage werde er in die nächste Instanz gehen.

Titelfoto: Planungsbüro Bunker/dpa

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