Beihilfe zum 5230-fachen Mord: Chance zum letzten Wort für Ex-SS-Wachmann

Hamburg – Am voraussichtlich vorletzten Verhandlungstag im Hamburger Stutthof-Prozess soll am Montag (11 Uhr) der Anwalt des ehemaligen KZ-Wachmanns sein Plädoyer halten.

Der Angeklagte wird im Landgericht in einen Gerichtssaal gebracht.
Der Angeklagte wird im Landgericht in einen Gerichtssaal gebracht.  © Daniel Bockwoldt/dpa Pool/dpa

Dem 93-Jährigen wird Beihilfe zum Mord in 5230 Fällen vorgeworfen. Der Staatsanwalt hat eine Jugendstrafe von drei Jahren Haft gefordert. 

Der Angeklagte wird am Montag auch die Gelegenheit zu einem letzten Wort bekommen. 

Die Vertreter der Nebenkläger - rund 40 Überlebende oder Hinterbliebenen von KZ-Opfern - haben ihn zu einem Schuldeingeständnis und einer "altersweisen Rückschau" aufgefordert.

Zum Prozessauftakt im Oktober vergangenen Jahres hatte der Angeklagte eingeräumt, dass er vom 9. August 1944 bis zum 26. April 1945 Wachmann in dem Konzentrationslager bei Danzig war. 

Er sei aber nicht freiwillig dort gewesen. Weil er als Wehrmachtssoldat nicht frontverwendungsfähig war, sei er zum Wachdienst in der Lager abkommandiert worden. 


In einer Befragung durch die Vorsitzende Richterin im Mai hatte der Angeklagte bekräftigt: "Ich habe keine Schuld, was damals passiert ist. Ich habe dazu nichts beigetragen, außer dass ich Wache gestanden habe. Aber dazu wurde ich gezwungen, das war Befehl." Das Urteil soll am nächsten Donnerstag verkündet werden.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa Pool/dpa

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