Versuchter Mord auf McDonald's-Parkplatz: Urteil gefallen

Hamburg - Im Hamburger Prozess um eine Messerattacke auf einem Parkplatz wird am Donnerstag das Urteil erwartet.

Ein Justizbeamter steht in einem Hamburger Gerichtssaal.
Ein Justizbeamter steht in einem Hamburger Gerichtssaal.  © Marcus Brandt/dpa

Ein 24 Jahre alter Mann ist vor dem Landgericht des versuchten Mordes angeklagt.

Er soll im August vergangenen Jahres auf dem Parkplatz eines Schnellrestaurants an der Eiffestraße aus Rache mit einem Klappmesser mindestens elfmal auf einen anderen Mann eingestochen und diesen lebensgefährlich verletzt haben (TAG24 berichtete).

Die Staatsanwaltschaft Hamburg hatte in ihrem Plädoyer fünfeinhalb Jahre Gefängnis wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung gefordert.

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Am Donnerstagvormittag wollte die Verteidigung ihr Plädoyer halten. Die Anwälte der Nebenklage plädierten auf fünf Jahre und acht Monate.

Hintergrund der Tat soll ein Streit zwischen den Eltern des Angeklagten und der Familie des Opfers nach einem Vorfall im Straßenverkehr gewesen sein.

Dabei soll der Vater des Opfers die Schwester des Angeklagten geschlagen, die Mutter ihr zum Teil das Kopftuch heruntergerissen haben.

Update, 14.17 Uhr: Weniger als vier Jahre Haft gefordert

Die Verteidigung hat am Donnerstag auf eine deutlich niedrigere Haftstrafe als die Anklage plädiert.

Sollte der Angeklagte wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt werden, reiche eine dreijährige Haftstrafe, forderte die Verteidigung am Donnerstag. Für den Fall einer Verurteilung wegen versuchten Totschlags beantragte sie die Verhängung einer Freiheitsstrafe von weniger als vier Jahren.

Das Urteil sollte noch am Donnerstag gesprochen werden.

Update, 16.47 Uhr: Urteil gefallen

Das Landgericht Hamburg hat den 24-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt.

Er habe sich des versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung schuldig gemacht, waren die Richter überzeugt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Nach Angaben eines Gerichtssprechers zahlte der Angeklagte dem Opfer bereits vor dem Urteil 10.000 Euro Schmerzensgeld.

Titelfoto: Marcus Brandt/dpa

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