Hat Cuspert-Witwe Frauen versklavt? Neue Anklage gegen Omaima A.

Hamburg - Omaima A. (36) wird wieder der Prozess gemacht. Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat Anklage gegen die Witwe des IS-Kämpfers Denis Cuspert (†42), der als Rapper mit dem Namen Deso Dogg auftrat, erhoben.

Omaima A. (36) wurde im September 2019 in Hamburg festgenommen. (Archivbild)
Omaima A. (36) wurde im September 2019 in Hamburg festgenommen. (Archivbild)  © TeleNewsNetwork/dpa

"Sie ist unter anderem der Beihilfe zu einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Form der Versklavung in Tateinheit mit Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland verdächtig", teilte Staatsanwältin Liddy Oechtering am Montag mit.

Heißt Konkret: Omaima A. sei 2015 nach Syrien ausgewandert und habe sich schnell in die Strukturen der Terror-Gruppe "Islamischer Staat" (IS) integriert. Sie besaß eine Pistole, die sie mindestens ein Mal unter ihrem Niqab getragen hat.

Im Frühjahr 2016 soll die 36-Jährige zwei versklavte Jesidinnen ihre Wohnung im syrischen Raqqa putzen lassen haben. Das seien die Sklavinnen von Sarah O. gewesen, die zweimal zu Besuch war und von der Justiz gesondert verfolgt wird.

Auch Omaima A. selbst hat eine Sklavin in ihrem Haushalt gehalten, dafür fiel bereits ein Urteil. Das jesidische Mädchen war erst 13 Jahre alt!

Diese Strafe droht Omaima A. im Falle eines Schuldspruchs

Omaima A. (36) stand schon vor Gericht und wurde zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. (Archivbild)
Omaima A. (36) stand schon vor Gericht und wurde zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt. (Archivbild)  © Daniel Reinhardt/dpa Pool/dpa

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagten bewusst gewesen sein muss, dass sie mit ihrem Handeln "das vom IS auch zum Zwecke der Vernichtung der jesidischen Kultur unterhaltene Sklavereisystem unterstützte".

In der Mitteilung heißt es weiter: "Ihr war ebenfalls bewusst, dass sich die Sklavinnen gegen ihren Willen in der Wohnung aufhielten und bei etwaigem Widerstand mit einer Bestrafung rechnen mussten".

Im Fall einer Verurteilung drohen der Angeklagten laut Völkerstrafgesetzbuch mindestens fünf Jahre Haft. Wann der Prozess vor dem Oberlandesgericht beginnt, steht noch nicht fest.

Bereits im Oktober 2020 wurde Omaima A. wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung weiterer Delikte zu einer bislang nicht rechtskräftigen Freiheitsstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Die 36-Jährige verließ Syrien im September 2016. Unbehelligt lebte sie mehrere Jahre in Deutschland, bis sie im September 2019 in Hamburg festgenommen wurde.

Titelfoto: TeleNewsNetwork/dpa

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