Junge (14) niedergestochen: Prozess gegen 19-Jährigen nimmt überraschende Wendung

Hamburg – Eigentlich sollte sich der 19-Jährige, der einen 14-Jährigen in Hamburg-Jenfeld mit dem Messer angegriffen haben soll, am Donnerstag öffentlich zu den Vorwürfen äußern. Doch es wird nun hinter verschlossenen Türen weiter verhandelt - wegen einer anderen Tat.

Der 19 Jahre alte Angeklagte soll im Mai 2021 einen 14-Jährigen niedergestochen haben.
Der 19 Jahre alte Angeklagte soll im Mai 2021 einen 14-Jährigen niedergestochen haben.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Der Angeklagte muss sich nicht nur wegen versuchten Totschlagsg, sondern auch wegen Diebstahls mit Waffen vor dem Landgericht Hamburg verantworten.

So soll er im September 2020 in einem Supermarkt eine Wodka-Flasche gestohlen und dabei ein Springmesser griffbereit in der Hose gehabt haben, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag sagte.

Zu diesem Zeitpunkt war der Jugendliche noch nicht volljährig. Das führe zwangsläufig dazu, dass die Hauptverhandlung vollständig in nicht-öffentlicher Sitzung stattfinden müsse. Auch für das Urteil wird die Öffentlichkeit nicht zugelassen.

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Die beiden Teenager hatten sich der Anklage zufolge im Mai 2021 verabredet, um sich auszusprechen. Zwischen den beiden habe es dem Gerichtssprecher zufolge einen Konflikt gegeben, weil der Angeklagte in der Vergangenheit eine Beziehung zur damals 12 Jahre alten Schwester des Opfers gehabt haben soll. Der Konflikt sei jedoch zum Zeitpunkt des einvernehmlichen Treffens bereits weitgehend geklärt gewesen.

Die Messerattacke sei deshalb plötzlich gekommen. Dabei soll der Angeklagte mit deutschem und ghanaischem Pass mehrfach auf den Körper des Jungen eingestochen haben.

Das Opfer erlitt zahlreiche Stichverletzungen und musste notoperiert werden. Ein Urteil im Prozess wegen versuchten Totschlags in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung wird bislang für Anfang Februar erwartet.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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