Prozess gegen mutmaßlichen Rechtsradikalen in Neumünster

Kiel – Wegen etlicher Gewaltdelikte muss sich ab kommenden Montag ein mutmaßlicher Rechtsradikaler vor dem Amtsgericht in Neumünster verantworten.

Der Prozess findet vor dem Amtsgericht Neumünster statt. 
Der Prozess findet vor dem Amtsgericht Neumünster statt.   © Carsten Rehder/dpa

Die Staatsanwaltschaft ordnet den 23-Jährigen der im Kreis Segeberg aktiven rechtsradikalen Gruppierung "Aryan Circle" zu.

Sie wirft ihm vor, im Zeitraum Mai bis November 2019 unter anderem Raub und gefährliche Körperverletzung begangen zu haben vor. 

Der Mann sitzt in Untersuchungshaft. Für den Prozess wurden nach Angaben eines Gerichtssprechers starke Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Wegen der Corona-Krise sind zusätzliche Maßnahmen zum Gesundheitsschutz vorgesehen.

Laut Anklage schlug und trat der 23-Jährige mit seinen Springerstiefeln unter anderem gezielt gegen den Kopf eines Mannes, der ein Schädel-Hirn-Trauma und eine Nasenbeinfraktur erlitt. 

Er musste auf der Intensivstation behandelt werden. Zudem attackierte der Angeklagte den Angaben zufolge am 17. Oktober 2019 in der Gemeinde Sülfeld (Kreis Segeberg) einen Mann durch Reizgas und eine Frau durch einen Faustschlag. 

Gefahr durch Gruppierung "Aryan Circle"

Im März 2020 durchsuchte die Polizei zahlreiche Wohnungen.
Im März 2020 durchsuchte die Polizei zahlreiche Wohnungen.  © Markus Scholz/dpa

Die Geschädigten waren dabei, im Ort verteilte Aufkleber der Gruppierung zu entfernen.

Die Umtriebe der rechtsradikalen Gruppe lösten zahlreiche Proteste in der Gemeinde mit 3000 Einwohnern aus und riefen die Landesregierung auf den Plan. Innenminister Hans-Joachim Grote nahm an einer Veranstaltung teil, bei der Bewohner ein Zeichen gegen rechte Umtriebe setzen wollten.

Die Staatsschutzabteilung ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung, Verstoßes gegen das Waffengesetz und anderer Delikte.

Anfang März durchsuchte die Polizei im Zusammenhang mit der Gruppierung "Aryan Circle Germany" zwölf Wohnungen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Brandenburg und Hessen. 

Nach Einschätzung des Verfassungsschutzes geht von der Gruppierung eine erhöhte Gefahr für die öffentliche Sicherheit aus.

Titelfoto: Carsten Rehder/dpa

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