Matheus A. (†28) ermordet? Diese Strafe fordert die Staatsanwaltschaft

Hamburg - Im Prozess um den gewaltsamen Tod des Brasilianers Matheus A. (†28) in Hamburg haben Staatsanwaltschaft und Nebenklage eine lebenslange Freiheitsstrafe für den 46 Jahre alten Angeklagten gefordert.

Der Angeklagte neben seinem Anwalt (Archivbild)
Der Angeklagte neben seinem Anwalt (Archivbild)  © Daniel Bockwoldt/dpa

Die Staatsanwaltschaft sprach von einem Mord in Verdeckungsabsicht, wie ein Gerichtssprecher am Donnerstag mitteilte.

Bei den Plädoyers war keine Öffentlichkeit zugelassen.

Laut Anklage soll der 46-Jährige dem 28-Jährigen nach einer Geburtstagsparty im September 2019 ein Getränk mit einer potenziell tödlichen Dosis einer Ecstasy-Amphetamin-Mischung verabreicht haben, um ihn zu betäuben und zum Sex zwingen zu können.

Doch der Mann habe sich noch wehren können und geschrien. Aus Furcht vor Entdeckung habe der Angeklagte mit Gewalt reagiert.

In dem Prozess muss sich der Mann mit italienischer und französischer Staatsbürgerschaft noch wegen eines weiteren Falls verantworten.

Urteil könnte schon bald fallen

In diesem Wohngebäude fand die Polizei die Leiche.
In diesem Wohngebäude fand die Polizei die Leiche.  © Daniel Reinhardt/dpa

2018 soll er bei einer Party einem anderen Mann ein Getränk mit K.o.-Tropfen gegeben haben, den Bewusstlosen vergewaltigt und davon Fotos und Videos gemacht haben. Später habe er versucht, sein Opfer zu erpressen.

Der Mann trat im Prozess als Nebenkläger auf und sagte in dem Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit aus.

Diese Taten aus 2018 habe die Staatsanwaltschaft unter anderem als Vergewaltigung im besonders schweren Fall in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung bewertet, teilte das Gericht weiter mit.

Für alle angeklagten Taten forderten Staatsanwaltschaft und Nebenklage den Angaben zufolge eine lebenslange Gesamtfreiheitsstrafe.

Am 16. März ist nach bisheriger Planung die Verteidigung dran - allerdings auch unter Ausschluss der Öffentlichkeit.

Das Urteil könnte nach Angaben des Gerichts voraussichtlich am 18. März fallen.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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