Mord auf Marktplatz: Verteidigung plädiert auf verminderte Schuldfähigkeit

Hamburg - Im Prozess um die tödlichen Schüsse auf einen 26-Jährigen in Hamburg-Lohbrügge hat sich die Verteidigung gegen eine lebenslange Haftstrafe ausgesprochen.

27. Juni 2019: Streifenwagen stehen am Tatort, an dem ein 26-Jähriger erschossen wurde. Dem Täter droht eine lebenslange Haft, das Urteil wird am Dienstag verkündet.
27. Juni 2019: Streifenwagen stehen am Tatort, an dem ein 26-Jähriger erschossen wurde. Dem Täter droht eine lebenslange Haft, das Urteil wird am Dienstag verkündet.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Es sei nicht auszuschließen, dass der Angeklagte die Tat im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit verübt habe, hieß es am Donnerstag nach Angaben der Gerichtspressestelle in dem Plädoyer.

Der Bundesgerichtshof lasse in bestimmten Ausnahmefällen zu, dass nach einem Heimtückemord keine lebenslange Haft verhängt werde.

Das Landgericht Hamburg hatte den 30 Jahre alten Deutschen im Februar vergangenen Jahres wegen heimtückischen Mordes zu elf Jahren Haft verurteilt. Der Bundesgerichtshof hatte den Schuldspruch bestätigt, aber das Strafmaß aufgehoben.

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Darum muss eine andere Strafkammer am Landgericht erneut prüfen, ob der Angeklagte zu lebenslanger Haft verurteilt werden muss. Die Staatsanwaltschaft hat bereits lebenslang beantragt.

In dem Prozess geht es um einen tödlichen Drogenstreit am 27. Juni 2019 auf dem Lohbrügger Markt. Nach den bestätigten Feststellungen des Landgerichts hatte der 30-Jährige einem Bekannten einen Drogenlieferanten in den Niederlanden vermittelt.

Urteil im Prozess um tödlichen Drogenstreit wird am 29. Juni verkündet

Der Bekannte war mit der Qualität der Ware nicht zufrieden und verlangte von dem Angeklagten rund 12.000 Euro, die er für die Drogen ausgegeben hatte. Um das Geld einzutreiben, bedrohte er ihn.

Bei dem Treffen auf dem Marktplatz sollte das spätere Opfer, ein 26-Jähriger, die Forderung durchsetzen. Dazu war er mit zwei muskulösen Helfern, aber unbewaffnet erschienen.

Derart unter Druck gesetzt, zückte der Angeklagte eine Pistole und erschoss sein Gegenüber, einen früheren Freund.

Das Landgericht hatte dem 30-Jährigen zugutegehalten, er habe aus Angst und Verzweiflung überreagiert. Das Urteil im neuen Prozess soll am kommenden Dienstag verkündet werden.

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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